Berlin

Diese Berliner Schulen werden 2017 saniert

Bröckelnder Putz, heruntergekommene Toiletten, zugige Fenster: Viele Schulen sind marode. Nun sollen sie saniert werden, für insgesamt 320 Millionen Euro. Die Berliner Morgenpost listet alle Maßnahmen an allen Einrichtungen auf

Zahlreiche Schulen in Berlin müssen saniert werden

Zahlreiche Schulen in Berlin müssen saniert werden

Foto: Stefan Schaubitzer / dpa

Berlin startet in die erste Phase der Schulbauoffensive. Erklärtes Ziel ist es, in den kommenden zehn Jahren den Sanierungsstau an den Schulgebäuden abzubauen. Für 2017 sind Sanierungsmaßnahmen an 297 Schulen geplant. Es geht um neue Fenster, Heizungsanlagen, Toiletten oder auch Brandschutz. Die Verwaltung hat in einer langen Liste alle bewilligten Maßnahmen, die noch in diesem Jahr beginnen, aufgeführt (siehe Grafik).

Insgesamt fließen 320 Millionen Euro in die dringenden Reparaturmaßnahmen. Dabei kommen die Gelder aus verschiedenen Programmen. Zum einen gibt es Geld für die Schulen aus den Bezirkshaushalten, zum anderen kommen die nötigen Mittel aus dem Schul- und Sportstättensanierungsprogramm des Landes sowie aus dem Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt (SIWA). Einige besonders sanierungsbedürftige Schulen profitieren von verschiedenen Programmen gleichzeitig. So wird beispielsweise am Beethoven-Gymnasium in Steglitz-Zehlendorf das neue Dach aus dem Landesprogramm bezahlt, während die neuen Fenster und die Elektrik aus den SIWA-Mitteln kommen und auch der Bezirk gibt noch 50.000 Euro aus seinem Etat dazu. Allein in die Schulen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, dem Bezirk mit dem größten Sanierungsstau, fließen 38 Millionen Euro. Die bewilligten Maßnahmen aus dem Sondervermögen für die wachsende Stadt sind nicht allein auf 2017 beschränkt, sondern können auch über mehrere Jahre ausgegeben werden

Doch das ist nicht alles. Neben den Sanierungsmaßnahmen werden in der ersten Phase der Schulbauoffensive auch Schulneubauten für 36.000 zusätzliche Grundschulplätze und 25.000 Plätze an weiterführenden Schulen in Angriff genommen. Zudem werden die Mittel für die laufende Instandhaltung der Gebäude aufgestockt. Insgesamt stehen nach Angaben der Bildungsverwaltung für die erste Phase der Schulbauoffensive 830 Millionen Euro zur Verfügung, die in mehreren Tranchen abgerufen werden können.

"Es ist deutlich spürbar, dass mehr Schwung in die Sanierung der Schulen kommt. Und das ist auch dringend notwendig", sagte Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) der Berliner Morgenpost. "Es wird mehr Geld zur Verfügung gestellt und die zentrale Aufgabe wird systematisch angepackt." Insbesondere mit dem Gebäudescan der Bezirke und dem Senatsbeschluss zur Schulbauoffensive habe man die Grundlage geschaffen, um den Sanierungsstau anzugehen und neue Schulplätze zu schaffen. "Entscheidend für das Gelingen wird aber auch sein, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen", betonte Scheeres.

Aus der Senatsbildungsverwaltung hieß es weiter, an allen Schulen, an denen größere Baumaßnahmen geplant seien, sollten nun Vertreter der Lehrer, Eltern und Schüler Bauausschüsse bilden, die in die Planung der anstehenden Arbeiten mit einbezogen würden. Auf Landesebene werde die Bildungsverwaltung zu Beginn des kommenden Schuljahres eine zentrale Informations- und Ansprechstelle einrichten, an die sich die betroffenen Schulen bei Fragen oder Unstimmigkeiten wenden können.

Solange es noch keine neue Landesgesellschaft für den Schulbau gibt, bleiben die Bezirke jedoch auch für die größeren Sanierungsfälle zuständig. Um die Planungsaufgabe zu stemmen, sollen sich möglichst mehrere Bezirke zusammenschließen, damit Aufgaben und Kompetenzen gebündelt werden können. Bis zum 30. Juni dieses Jahres sollen die Bezirksverwaltungen melden, welche der größeren Sanierungsprojekte nicht in Eigenregie realisiert werden können. In diesen Fällen übernehme dann der Senat die Zuständigkeit, hieß es weiter.

Insgesamt hatten die Bezirke in ihrem Gebäudescan einen Sanierungsstau in Höhe von vier Milliarden Euro ermittelt.

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