Michendorf

Eisenbahnbrücke gleitet an ihren Platz an der A10

Michendorf.  Teile einer neuen Eisenbahnbrücke an der Autobahn 10 bei Michendorf (Potsdam-Mittelmark) sind am Wochenende an ihren neuen Platz geglitten – mit einer Geschwindigkeit von maximal elf Metern pro Stunde. Die beiden 6600 beziehungsweise 3300 Tonnen schweren Betonbauwerke wurden in einem aufwendigen Verfahren verschoben, sagte Projektleiter Holger Behrmann von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) als Bauherr am Sonntag. Es laufe alles problemlos. In einer Mitteilung sprach die Deges von einem „ingenieurtechnischen Meilenstein“.

Eine Strecke von 63 beziehungsweise 48 Metern musste an dem Abschnitt am südlichen Berliner Autobahnring zurückgelegt werden. Mit Hydraulikpressen wurden die Kolosse zunächst um zwölf Zentimeter angehoben. Auf speziellen Schlitten rutschten sie dann mit Hilfe von Schmierstoffen auf einer Teflon-Platte an ihre künftige Position. Der Autoverkehr war nicht betroffen, da die Brücke neben der Autobahn errichtet wird. Der Zugverkehr auf der alten Eisenbahnbrücke ist bis zum 6. Juni eingestellt, da rund um die Uhr gearbeitet wird. Kein einziger Zug wird in dieser Zeit über die fünf Gleise rollen. Für die Fahrgäste wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Neue Brücke nötig wegen Ausbau der A10

In der Nacht zu Sonntag erreichte das erste Betonbauwerk seine endgültige Position. Bei dem zweiten dauerte die Fahrt vermutlich noch bis Montagmorgen. Der Bau der neuen Brücke, die 2019 fertig sein soll, ist notwendig, da die Autobahn in diesem Bereich derzeit auf insgesamt acht Fahrstreifen ausgebaut wird. Unter der alten Eisenbahnüberführung ist heute nur Platz für sechs Spuren. Die Deges plant für den Bund und die Länder Bundesfernstraßenprojekte. In Brandenburg ist sie unter anderem für den Ausbau der A10 am südlichen Berliner Ring verantwortlich.