Berlin

Berlin macht Schluss mit der Braunkohle

Vattenfall läutet im Kraftwerk Klingenberg neue Ära ein

Der heutige Mittwoch ist ein historischer Tag für Berlin: Die Nutzung von Braunkohle für die Erzeugung von Fernwärme ist Geschichte. Im Heizkraftwerk Klingenberg in Rummelsburg, das seit 1926 Strom und Wärme erzeugt, wird ab sofort keine Braunkohle mehr verbrannt. Zuvor war Braunkohle an diesem Standort in den vergangenen 30 Jahren der hauptsächliche Brennstoff zur Strom- und Wärmegewinnung. Eine Gedenktafel im Eingangsbereich des denkmalgeschützten Kraftwerksgebäudes wird daran erinnern. Sie wird heute gemeinsam vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), dem Vorstand von Vattenfall Wärme Berlin Gunther Müller und Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Linke) enthüllt.

Vattenfalls Schritt, die Verbrennung von Braunkohle einzustellen, ist Teil der Klimaschutzvereinbarung, die der Betreiber des Kraftwerks Klingenberg im Jahr 2009 mit dem Land Berlin geschlossen hat. Die ursprünglich geplante Frist wurde dabei noch unterschritten: Statt erst im Jahr 2020 gelingt es Vattenfall, das Braunkohle-Kraftwerk schon drei Jahre früher vom Netz zu nehmen. Die viel zitierte Energiewende nimmt in der Hauptstadt also konkrete Formen an.

Das Aus für die Braunkohleverbrennung ist Bestandteil einer bereits in der vergangenen Legislatur geschlossenen, parteiübergreifend getragenen Klimaschutzvereinbarung zwischen dem Energiekonzern Vattenfall und der Politik. Doch die neue rot-rot-grüne Koalition geht noch einen Schritt weiter: Sie will den Ausstieg aus der Braunkohle in diesem Jahr sowie den Ausstieg aus der Steinkohle bis 2030 nun gesetzlich festschreiben. In der vergangenen Woche brachte der Senat den Gesetzentwurf ins Abgeordnetenhaus ein. Berlin geht als erstes Bundesland so vor. Der Standort Klingenberg wird modernisiert: Eine neue Gas- und Dampfturbinen-Anlage ist hier geplant. In Zukunft werden in dem alten Braunkohlewerk mithilfe von Erdgas Wärme und Strom erzeugt. Dadurch werden jährlich 600.000 Tonnen CO2-Emissionen gespart.