Balkon und Garten

Was man jetzt auf Balkon und im Garten alles pflanzen kann

Gärtner und Balkonbesitzer können jetzt loslegen und ruhig auch mal was Neues einpflanzen. Wir helfen mit einigen Tipps.

Susanne Schmohl (29) Gärtnerin in der Spätschen Baumschule

Susanne Schmohl (29) Gärtnerin in der Spätschen Baumschule

Foto: Joerg Krauthoefer

Die Eisheiligen sind vorbei, in Berlin ist endlich Frühling, fast schon Sommer. Gärtner und alle, die es werden wollen, können jetzt nach Herzenslust pflanzen – egal ob im Garten oder auf dem Balkon. In angelegten, älteren Gärten ist zwar kaum noch Platz für etwas Neues. In den Rabatten machen sich dort jetzt die mehrjährige Stauden breit, Phlox etwa, Rittersporn, Rosen, Katzenminze, Gartenehrenpreis. Doch zum Glück muss jedes Jahr auch wieder nachgepflanzt werden – weil ältere Stauden eingegangen oder nicht mehr so schön sind, vom Frost dahingerafft wurden oder weil einfach mal etwas Anderes her soll. Vielleicht hat man beim Nachbarn eine schöne Pflanze gesehen, die man gern selbst haben möchte oder in einer Gartenzeitung etwas entdeckt, das gut in die bereits vorhandenen Arrangements passen könnte.

Ihren Balkon bepflanzen die meisten fast jedes Jahr neu. Obwohl auch dort viele Pflanzen gut überwintern können, wilder Wein zum Beispiel, Himbeeren, Lavendel oder Kräuter wie Pfefferminze und Thymian. Doch die meisten haben einfach Freude daran, jedes Frühjahr neue Pflanzen einzukaufen. Wir wollen an dieser Stelle einige vorstellen, die einen Platz im Garten finden könnten oder sich auf dem Balkon gut machen, jenseits von Geranien, Petunien und Co, die zwar schön aussehen, aber kaum mehr für Überraschung sorgen.


Gartenpflanzen


Funkien (Hosta): Mit ihren großen, klar geformten Blättern bringen Funkien Ruhe und Ordnung in die Rabatten. Sie lieben kühlen frischen Schatten und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Gattung umfasst mehr als 40 Arten mit einer Vielzahl an Sorten und einigen Hybriden. Alle Arten stammen aus Ostasien – Japan, Korea und China. Besonders dekorativ ist die Blaublattfunkie. Sie hat große graugrüne Blätter, die fest und herzförmig sind. Ihre Blüten sind dagegen eher unscheinbar, nur etwa sechs Zentimeter lang, trichterförmig und helllila. Funkien kann man gut in den Schatten von Mauern oder Bäumen pflanzen. Mit ihren schönen Blättern, die auch weißgerandet, gelbgrün oder graugrün sein können, sind sie immer ein Hingucker.

Kosten: Mittelgroße Pflanzen kosten im Gartenmarkt etwa fünf bis sieben Euro, größere bis zu 15 Euro.

Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense):Diese Storchschnabelart passt gut in einen naturnahen Garten, zusammen mit Beinwell, Blutweiderich oder Glockenblumen. Besonders schön ist die Farbe der schalenförmigen Blüten. Sie leuchten in einem auffälligen Violettblau. Die Pflanze hat schlanke dünne Stiele, die leider schnell umfallen und deshalb eine Stütze gut vertragen können. Sie ist starkwüchsig und wird bis zu 1.20 Meter hoch. Insgesamt gibt es etwa 300 Arten der Gattung Geranium. Beliebt ist auch der Himalaya-Storchschnabel (Geranium himalayense), der nur bis zu 60 Zentimeter groß wird und ein guter Flächendecker ist. Mit seinen leuchtend violett-blauen Blüten passt er zu Rosen, Phlox und Sonnenhut.

Kosten: Etwas größere Pflanzen kosten fünf bis 7,50 Euro.

Bronze-Felberich (Lysimachia ciliata): Zu den Gartenpflanzen, die viele noch aus den Rabatten ihrer Großeltern oder Eltern kennen, gehört der stark wüchsige, sehr robuste und geradezu unverwüstliche Felberich. Es gibt ihn in einem dunklen Rotton (Bronze-Felberich), in Gelb (Goldfelberich) und Weiß (Schneefelberich). Der Felberich kommt je nach Farbton in jedem Beet zur Geltung, muss aber in Schach gehalten werden. Er treibt gern Ausläufer und wandert, wird er nicht daran gehindert, schnell durch den ganzen Garten. Die Horste sollten deshalb immer wieder mit dem Spaten abgestochen werden. Der Bronze-Felberich ist mit seinen leuchtenden rotlaubigen Blätter ein guter Begleiter für weiße oder rosafarbene Rosen. Seine kleinen gelben Blüten sind eher unscheinbar.

Kosten: drei bis vier Euro pro Pflanze

Türkischer Mohn (Papaver orientale): Schon die stark haarigen, sattgrünen Blätter sehen wunderschön aus, wenn sie im April aus der Erde kommen. Die großen, dennoch zart wirkenden Blüten dieser Pflanze aber sind unwiderstehlich. Der Klassiker unter den Sorten des Mohns hat leuchtend rote Blüten mit einem dunklen Fleck am Grund jedes Blütenblattes. Die ersten Pflanzen sind vor mehr als 400 Jahren aus der Ost-Türkei nach Paris gebracht worden. Die Staude wird fast einen Meter hoch und passt gut zu Iris, Akelei oder Salbei. Sie liebt volle Sonne und einen nährstoffreichen, durchlässigen Boden. Nach der Blüte sollte man durch Rückschnitt für kräftige Neutriebe sorgen, die Pflanze aber möglichst nicht umpflanzen. Sie hat tiefreichende rübenartige Wurzeln, die selten vollkommen ausgegraben werden können. Im Sommer verschwinden die Blätter fast gänzlich.
Kosten: Größere Pflanzen um 7,50 Euro und mehr. Kleinere etwa fünf Euro.

Bronze-Fenchel (Foeniculum vulgare): Die Pflanze kann bis zu einem halben Meter groß werden. Ihre zarten Blättern sind rotgefärbt und ein schönes Gewürz für Salate und Fischgerichte. Als Tee wirken sie wie auch die Samen des Fenchels nervenberuhigend und krampflösend. Doch nicht nur als Gewürz, auch im Staudenbeet macht sich der Bronze-Fenchel gut. Er ist sehr dekorativ und sieht besonders zusammen mit orange blühenden Pflanzen wie Taglilien äußerst imposant aus. Im Garten steht er gern in sonniger Lage in gut gedüngtem Boden. Sollte er zu schattig stehen, grünen seine roten Blätter aus, weil weniger Pflanzenfarbstoff gebildet wird. Bronze-Fenchel wird im Normalfall zwei Jahre alt, er kann auch etwas länger stehen, was vom Standort und der Witterung ab.hängt. Im Normalfall versamen sich die Pflanzen selbst, so dass der Fenchel, einmal ausgepflanzt, jahrelang im Garten bleibt.

Kosten: Eine rund 20 Zentimeter große Pflanze kostet etwa vier Euro.

Balkonpflanzen

Zwerg-Rittersporn (Delphinium grandiflorum): Diese Ritterspornart erreicht im Gegensatz zu den bekannten Gartenhybriden nur eine geringe Höhe. Die Pflanzen eigenen sich deshalb auch gut für den Balkon. Besonders schön sind die blaublühenden Rittersporne. Ihre intensiven Farbtöne sind von einer besonderen Leuchtkraft. Auch im Garten ist Rittersporn ein Muss, wenngleich ziemlich "zickig". Mal kommt er im nächsten Jahr wieder, mal ist er nicht mehr zu sehen und der Gärtner hat keine Erklärung dafür, warum das so ist. Hat man Glück, thronen die bis zu 1.80 Meter großen Stauden stolz im Beet und entfalten gerade in der Dämmerung eine Leuchtkraft, die fast einem Zauber gleichkommt. Der Gärtner Karl Förster hat die Rittersporne einmal zu recht als die blauen Schätze des Gartens bezeichnet. Um lange Freude an ihnen zu haben, sollte der Boden nicht zu sehr verdichtet sein. Sie wachsen gerne in frischen, lehmig humosen Böden.

Kosten: Kleine Pflanzen des Zwergrittersporns kosten um 3.50 Euro.

Akelei (Aquilegia): Wie Tänzerinnen schweben sie durch jeden Garten, elegant, duftig, in vielen verschiedenen Farben. Es gibt gefüllte und ungefüllte Sorten, die sich fast wie Unkraut in jede Ritze und in jedes Beet setzen. Akeleien sind mehrjährig und winterhart. Die kleinwüchsigen blauen Sorten eignen sich deshalb auch gut für den Balkon. Die langsporigen Hybriden hingegen werden bis zu 70 Zentimeter groß, es gibt sie in vielen Farben. Von Gelb, Weiß, Blau, Lila, Rosa bis zu Rot mit Braun. Etwas Schatten schadet den Akeleien nicht, im Gegenteil, im lichten Schatten blühen sie länger als in der prallen Sonne.

Kosten: Kleinwüchsige Akeleien kosten vier, größere etwa zehn Euro und mehr.

Frauenmantel (Alchemilla mollis): Den großblättrigen Frauenmantel gibt es in vielen Gärten, doch auch für den Balkon ist er durchaus geeignet. Besonders auffällig sind seine graugrünen, mantelförmigen Blätter, mit ihren gezähnten Rändern. Die Blattoberfläche ist mit vielen kleine Härchen versehen, die die Regenwasser- oder Tautropfen festhalten. Bewegt man das Blatt vorsichtig hin und her, rollen die Tropfen darauf herum wie flüssiges Silber. Schön sind auch die grüngelben Blüten, die auf langen Stielen sitzen. Werden die Pflanzen nach der ersten Blüte etwa zehn Zentimeter über dem Boden zurückgeschnitten, treiben sie noch einmal komplett neu aus und blühen erneut.

Kosten: Kleine Pflanzen kosten etwa 3,50 bis fünf Euro.

Zier-Erdbeere (Fragaria x ananassia): Die Zier-Erdbeere sieht wie eine kleine Erdbeere aus und trägt auch essbare Früchte. Ihre Blüten sind allerdings rosa und vom Frühjahr bis in den Spätsommer hinein zu sehen. Da es bei ihrer Züchtung vor allem auf diese dekorativen Blüten ankam und weniger auf den Fruchtertrag, wurde sie als Zierpflanze eingestuft. Schneidet man die Pflänz-
chen nach der Blüte stark zurück, anstatt die Erdbeeren ausreifen zu lassen, blühen sie nach jedem Schnitt erneut. Auf dem Balkon kommen sie sowohl mit Sonne als auch mit Schatten klar. Zier-Erdbeeren passen auch gut zu anderen Kräutern wie Thymian oder Majoran aber ebenso zum Zwerg-Rittersporn und sind bei den Bienen sehr beliebt.

Kosten: etwa drei Euro pro Pflanze.

Ananassalbei (Salvia rutilans): Zu den essbaren Pflanzen auf dem Balkon sollte unbedingt diese Pflanze gehören, deren wunderschöne karminrote Blüten erst im Oktober und November herrlich leuchten und bis zum ersten Frost für Farbe auf dem Balkon sorgen. Diese robuste, äußerst wüchsige Salbeiart kommt aus dem Hochland von Mexiko. Ihre Blüten sind essbar wie auch ihre Blätter und ein unaufdringliches Gewürz, das zu vielen Speisen passt. Auch für Tees sind sie
geeignet. Reibt
man die Blätter leicht, riechen sie wunderbar nach frischer Ananas.

Kosten: um drei Euro pro Pflanze.

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