Dahlem

Endlich mehr Geld für darbenden Botanischen Garten

Weil das Budget nicht reicht, sind einige Beete im Botanischen Garten stillgelegt. Nun soll es mehr Geld geben.

Das Große Tropenhaus ist seit 2009 komplett saniert

Das Große Tropenhaus ist seit 2009 komplett saniert

Foto: Rainer Jensen / picture-alliance/ dpa

Der Botanische Garten in Dahlem soll mehr Geld bekommen. Der Hochschulvertragsentwurf mit der Freien Universität Berlin (FU) sieht für die Jahre 2018 bis 2022 vor, dass die Universität zusätzliche Mittel für den Garten und das Museum an der Königin-Luise-Straße erhält. Das geht aus der Antwort der Senatskanzlei auf die Anfrage der Abgeordneten Adrian Grasse (CDU) und Christian Goiny (CDU) hervor. Als Forschungsstandort ist der Botanische Garten eine Einrichtung der Freien Universität und wird vom Land über das Budget der Hochschule finanziert.

Im Zeitraum 2016 bis 2020 sollen zudem etwa 12,6 Millionen Euro aus dem Förderprogramm für die Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur zur Verfügung gestellt werden. Geplant ist, damit die touristische Infrastruktur der Anlage zu verbessern.

Erst kürzlich war der Direktor des Botanischen Gartens, Thomas Borsch, an die Öffentlichkeit gegangen, weil er die Aufgaben mit dem zur Verfügung stehenden Personal nicht mehr erfüllen konnte. Bereiche des Gartens musste er bereits stilllegen. Die Gärtner schafften es nicht mehr, sie zu pflegen. Besonders dramatische Auswirkungen hatten die knappen Finanz- und Personalmittel auf das sanierte Victoriahaus.

Die Arbeiten an dem Gewächshaus, in dem die Riesenseerose Victoria gezeigt wird, sind zwar nach Jahren abgeschlossen. Wieder bepflanzt wurde es aber bislang nicht. Er könne seinen Mitarbeitern nicht auch noch diese zusätzliche Arbeit zumuten, hatte sich Borsch vor sein Personal gestellt. Der Direktor forderte 17 weitere Gärtnerstellen und die Erhöhung des Budgets, das bei wachsenden Aufgaben seit 20 Jahren gleich geblieben ist und bei 8,5 Millionen Euro liegt.

Ampelsystem für die Pflege des Gartens

Die Senatskanzlei sieht den Erhalt des Botanischen Gartens nicht gefährdet. Allerdings folgt sie der Feststellung der FU, dass einige Aufgaben nur eingeschränkt erfüllt werden können. So sei 2016 die Teilstilllegung des Systematischen Gartens erfolgt.

Im Jahr 2012 hat der Botanische Garten ein Ampelsystem eingeführt, und die Pflanzen nach Pflegeintensität geordnet. Grüne Bereiche werden so gepflegt, wie es sein soll, gelbe müssen einen guten Gesamteindruck machen und rote Bereiche werden nicht mehr bewirtschaftet. Einige Beete sind daher unter einer Folie verschwunden sind.

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