Gewalt in der Hauptstadt

Fünf Menschen in einem Monat in Berlin getötet

Am Donnerstagnachmittag wurde eine Leiche in Heiligensee entdeckt. Es ist schon das fünfte Opfer binnen weniger Wochen.

Spurensicherung in Kaulsdorf. Dort wurde eine 45-Jährige Opfer eines Verbrechens

Spurensicherung in Kaulsdorf. Dort wurde eine 45-Jährige Opfer eines Verbrechens

Foto: Paul Zinken/dpa

In den vergangenen vier Wochen sind in der Hauptstadt bereits fünf Menschen Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Jüngster Fall: In Heiligensee wurde eine Leiche entdeckt. Die näheren Umstände sind noch unklar.

In einer Grünanlage am Höllentalweg in Waidmannslust wurde in der Nacht zu Donnerstag die Leiche einer 19-Jährigen gefunden. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Gewissheit soll eine Obduktion am heutigen Donnerstag bringen. Ein Tatverdächtiger wurde bereits festgenommen. Die Hintergründe des Delikts sind noch weitgehend unklar.

Auch im zweiten Fall ist noch ungeklärt. Am frühen Mittwochmorgen prügelten vermutlich zwei maskierte Männer in einer ruhigen Siedlung in Britz mit einem Schlagwerkzeug auf den 43-jährigen Ali O. ein. Der Mann erlag noch am Tatort seinen Verletzungen. Die Täter sollen Ali O. regelrecht aufgelauert haben. Zu möglichen Hintergründen der Tat wollten die Ermittler am Mittwoch noch keine Stellungnahme abgeben. Laut Neuköllns Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey handelt es sich aber offenbar "um die tragischen Auswüchse eines Konflikts zwischen Mitgliedern zweier krimineller arabischer Großfamilien".

Zeugen sucht die Polizei im dritten Fall. In den frühen Morgenstunden des 14. Mai wurde im Volkspark Friedrichshain der aus Südtirol stammende Stefan Unterweger getötet. Der 34-Jährige starb an den Folgen mehrerer Stiche in den Oberkörper. Im Volkspark Friedrichshain müssen sich am Sonntagmorgen dramatische Szenen abgespielt haben. Auf einem der Wege, die zum Grillplatz auf dem "kleinen Bunkerberg" führen, entdeckte ein Spaziergänger den schwer verletzten Mann. Er rief Polizei und Rettungskräfte, die sofort damit begannen, den Mann wiederzubeleben. Beinahe eine Stunde hat ein Notarzt versucht, das Leben des Mannes zu retten – ohne Erfolg. Von dem oder den Tätern fehlt bislang jede Spur.

Mysteriös ist das vierte Gewaltverbrechen, das sich am 25. April in einem Kaulsdorfer Wohnhaus am Münsterberger Weg abspielte. Dort starb eine 45-Jährige durch Angriffe gegen ihren Hals, wie es die Polizei formulierte. Dringend tatverdächtig war ihr Lebensgefährte Mario E., der nach dem Verbrechen spurlos verschwand. Fußgänger fanden die Leiche des 48-Jährigen am 15. Mai im Butzer See. Laut Polizei gibt es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Der See liegt nicht weit vom Tatort entfernt.

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