Müll-Masche

Polizei warnt vor Sperrmüll-Abzockern in Berlin

Banden legen es darauf an, mit der Berliner Stadtreinigung (BSR) verwechselt zu werden - und kassieren dann vor Ort kräftig ab.

Sperrmüll in Neukölln am Straßenrand

Sperrmüll in Neukölln am Straßenrand

Foto: Britta Pedersen / dpa

Betrug, Wucher, Nötigung – das sind die Vorwürfe, die Bürger einigen Firmen vorwerfen, die mit der „Sperrmüllentsorgung“ aus privaten Haushalten werben. Mehr als 100 Anzeigen sind derzeit bei der Polizei anhängig. „Es ist kein neues Phänomen“, sagt Oliver Klug vom Landeskriminalamt 24. Immer wieder fallen Bürger auf die Betrugsmasche herein. Am Anfang steht der Wunsch der Bürger, dass beispielsweise die alte Eckcouch oder die Schrankwand fachgerecht entsorgt werden.

Eine ältere Dame wollte beispielsweise die Couch von der Berliner Stadtreinigung abholen lassen und den Auftrag dazu bequem über das Internet erteilen. Dabei landete sie auf einer Seite, die der Internetseite der BSR sehr ähnelt. Dort löste sie einen Auftrag aus, und schon wenig später erschienen kräftige Männer in orangefarbenen T-Shirts und machten sich an die Arbeit. Letztlich verlangten die Männer von der Frau statt der am Telefon vereinbarten 150 Euro mehr als 350 Euro. Wenn sie diese nicht bezahle, so der Chef des Trupps, würde man die Couch einfach auf dem Bürgersteig vor der Haustür stehen lassen. Die ältere Dame fühlte sich in die Enge getrieben und bezahlte die geforderte Summe. Als sie sich bei der BSR beschweren wollte, fiel ihr auf, dass sie betrogen wurde und gar nicht die BSR beauftragt hatte.

BSR entsorgt Sperrmüll fachgerecht

Denn die Firma, die sie beauftrag hatte, wirbt mit einem Web-Auftritt, der dem der BSR sehr ähnlich ist. „Doch uns erkennt man nicht nur an dem Orange“, sagt BSR Sprecherin Sabine Thümler. „Wird mit der BSR beispielsweise per Telefon ein Vertrag abgeschlossen, erhält der Kunde in jedem Fall eine Auftragsnummer und der Preis wird schriftlich festgehalten“, sagt die Sprecherin. Zudem würde nicht auf Barzahlung bestanden. Es bestehe die Möglichkeit, per Rechnung zu zahlen. Zudem gibt es noch ein Erkennungszeichen für die BSR Mitarbeiter: „Die Kollegen, die den Sperrmüll abholen, würden niemals in Turnschuhen arbeiten, sie tragen feste Arbeitsschuhe“, sagt sie weiter. Zudem verhandeln Mitarbeiter der BSR nicht mit Kunden vor Ort über den Preis. Um derartigen Betrügereien zu entgehen empfiehlt die Polizei: Bei Auftragserteilung via Internet sollten Verbraucher prüfen, ob sie sich auf der richtigen Seite des Unternehmens befinden.

Indes versucht der Bezirk Neukölln der illegalen Sperrmüllentsorgung an Straßen und in Parkanlagen entgegen zu wirken. Dafür hat der Bezirk eigens eine Sicherheitsfirma beauftragt. Ihre Mitarbeiter sollen vor allem nachts in Neukölln patrouillieren und die Sünder auf frischer Tat ertappen.

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