City West

Neues Wahrzeichen für Berlin - Das Upper West ist fertig

Das Hochhaus Zoofenster in der Berliner City West hat neue Gesellschaft: Das Upper West an der Kantstraße hat am Mittwoch eröffnet.

Futuristischer Turmbau mit Aussicht: Neben der Gedächtniskirche in Berlin-Charlottenburg hat am Mittwoch das zweite neue Hochhaus im Herzen des Berliner Westens eröffnet.

Das „Upper West“ ragt mit mehr als 30 Stockwerken 118 Meter in die Höhe. Mit seiner weißen asymmetrischen Fensterfassade samt bauchigen Rundungen hebt sich das Gebäude vom gleich hohen Nachbarn „Zoofenster“ ab, das auf eckige und glatte Fassaden setzt.

Rund 250 Millionen Euro flossen nach dem Entwurf des Berliner Architekten Christoph Langhof in den Bau des Turms und Riegelbaus des Upper West, wie der Investor Strabag Real Estate am Mittwoch mitteilte. Auf 18 Etagen hat ein Budgethotel eröffnet. Im Erdgeschoss entstehen Ladengeschäfte, weiter oben Büros. In der obersten Etage soll eine „Skybar“ samt Terrasse Platz finden.

Bis dahin müssen sich Berliner und Touristen aber noch ein gutes Jahr gedulden. Im Moment gibt es Verhandlungen mit drei interessierten Mietern, berichteten die Investoren. Der Pächter müsse in der Lage sein, die rund 1000 Quadratmeter große Fläche mit hohen Decken, bodentiefen Fenstern und einem faszinierenden Blick in alle Himmelsrichtungen auszubauen. Dort hinein gelangen sollen Besucher später voraussichtlich nur nach Anmeldung.

Das Gebäude ist inzwischen an den Immobilien-Investor RFR Holding verkauft, der Gruppe gehören auch Hochhäuser in New York. 40 Prozent der Einzelhandels und 80 Prozent der Büroflächen im Upper West seien bereits langfristig vermietet, teilten die Investoren mit.

Das neue Gebäude zählt von der Höhe her nun zu den Top Five unter den Turmbauten der Hauptstadt. Berlin ist aber nach wie vor keine Wolkenkratzer-Stadt. Pläne mit neun Hochhäusern am Alexanderplatz aus den 1990er Jahren wurden bisher nicht umgesetzt. Geplant ist dort aber inzwischen ein Wohnturm nach Plänen des amerikanischen Star-Architekten Frank Gehry - mit einer auffälligen Fassade. Um Wildwuchs zu vermeiden, ist in der Hauptstadt ein Hochhaus-Leitbild in Arbeit.

Der Geschäftsführer von Strabag Real Estate, Thomas Hohwieler, nannte die Entwicklung des Upper West seit dem Kauf des Grundstücks 2011 im Rückblick „mutig“. „Damals sind wir belächelt worden“, sagte er. „Das war nicht die beste Zeit für Investoren und die City West. Damals war Mitte angesagt.“ Inzwischen sieht er den Standort als „Glücksfall“. Rundherum hat sich der Berliner Westen bereits seit 2014 mit der Sanierung des Bikini-Hauses und des Kinos Zoo-Palasts aus den 1950er Jahren architektonisch aufgehübscht. Und auch die Gedächtniskirche mit ihren modernen Anbauten wird Stück für Stück saniert.

Grafik vergrößern

Mehr zum Thema:

In 118 Meter Höhe: Zimmer mit Aussicht im „Upper West“

Die zwei Gesichter des Kudamms

Billigmodekette Primark zieht in Berlins City West

Star-Architekt fordert noch mehr Hochhäuser in Berlin