Überblick

So liefen Walpurgisnacht und 1. Mai in Berlin

In Berlin gab es zahlreiche Demonstrationen, in der Nacht brannten Autos. Beim Myfest feierten Tausende friedlich.

Die DGB-Demo am Brandenburger Tor

Die DGB-Demo am Brandenburger Tor

Foto: Reto Klar

Die Walpurgnisnacht verlief weitgehend ruhig, am 1. Mai gab es zahlreiche Demonstrationen. Bei der "Revolutionären 1. Mai Demo" war die Stimmung aggressiver als in den Vorjahren, es gab aber nur vereinzelt Übergriffe. Auf dem Myfest feierten unterdessen Tausende Menschen friedlich. Ein Überblick.

+++ Walpurgisnacht +++ In Berlin sind in der Walpurgisnacht an mehreren Stellen in der Stadt Autos angezündet worden. Nach Angaben der Polizei brannten Fahrzeuge in der Nacht zum Montag unter anderem in der Oderstraße in Neukölln. In der Swinemünder Straße in Gesundbrunnen griffen die Flammen auf danebenstehende Fahrzeuge über.

Auch in der Ollenhauer Straße in Reinickendorf und in der Zehdenicker Straße in Mitte brannte jeweils ein Auto. In beiden Fällen wurde ein weiterer Wagen beschädigt. Verletzt wurde bei den Bränden niemand. Laut Polizei gebe es zunächst keine Anhaltspunkte für einen Zusammenhang mit den Demonstrationen zum 1. Mai.

Mit einem Protestzug durch Wedding demonstrierten am Vorabend des 1. Mai rund 3000 Menschen gegen steigende Mieten und den Umbau der Stadt. Auf Transparenten hieß es: "Veränderungen selber machen" oder "Nie wieder Miete - Kommunismus statt Eigentum". Unter den zumeist linken Demonstranten waren auch etliche schwarz gekleidete Teilnehmer. Vereinzelt wurde Feuerwerk abgebrannt. Laut Polizei blieb es weitgehend friedlich. Ein Demonstrant wurde festgenommen, weil er Pyrotechnik gezündet hatte. Ein Polizist wurde durch einen Flaschenwurf verletzt, wie die Polizei auf Twitter mitteilte. Auch die Feiern in den Parks blieben laut Polizei friedlich. Lediglich im Viktoriapark musste die Polizei mehrere Lagerfeuer löschen.

+++ 10 Uhr +++ Am Hackeschen Markt formiert sich der traditionelle DGB-Aufzug, der mit mehreren Demonstrationszügen zum Brandenburger Tor marschiert. Tausende Menschen sind dabei. Das Motto: ""Wir sind viele, wir sind eins!" Nach DGB-Angaben nahmen insgesamt etwa 14.000 Menschen teil. Am Brandenburger Tor findet anschließend eine Kundgebung statt. Dort spricht auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Überblick zu allen Demos, die am 1. Mai stattfinden

+++ 13 Uhr +++

Der Veranstaltungsbereich des Myfests in Kreuzberg füllt sich zusehends. Vor allem auf der Oranienstraße wird es immer voller. Die U-Bahnhöfe Kottbusser Tor und Görlitzer Park werden zwischenzeitlich geschlossen.

+++ 14 Uhr +++

Riesiger Andrang an der Holzmarktstraße in Kreuzberg. Auf dem Gelände der ehemaligen Bar25 direkt an der Spree eröffnet der Holzmarkt; ein buntes Großstadtdorf mit Restaurant, Club, Kita und Ateliers für Künstler. Hier feiern bereits jetzt Hunderte bunt und friedlich zu elektronischer Musik den ersten Mai. Wer rein möchte, sollte allerdings ein wenig Zeit mitbringen.

Ausgelassene Stimmung bei der "Holzmarkt"-Eröffnung

+++ 15 Uhr +++ Am Rand des Bürgerfestes der AfD im Bürgerpark Pankow ist es kurzzeitig zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Gegendemonstranten gekommen. Nachdem immer wieder einzelne Demonstranten versucht hatten, auf das Gelände der AfD-Veranstaltung zu gelangen, hat die Polizei eigenen Angaben zufolge die Zahl der Einsatzkräfte kurzfristig von zunächst 100 auf 300 Beamte erhöht.

Nach Angaben von Augenzeugen wurden zwei Demonstranten festgenommen, als sie die Polizeikette zwischen Festgelände und Gegendemonstranten durchbrechen wollten. Anschließend wurde die Polizeikette durch Fahrzeuge ersetzt, die zwischen den Gruppen postiert wurden.

+++ 15.30 Uhr +++ Teilnehmer sammeln sich zur "16-Uhr-Demo". Sie findet zusätzlich zur traditionellen "Revolutionären 1. Mai-Demo" um 18 Uhr statt, die nicht angemeldet worden war. Startpunkt ist der Spreewaldplatz.

+++ 16 Uhr +++

Die Demo kommt am Endpunkt Kottbusser Straße an. Bis auf vereinzelten Einsatz von Böllern wurden keine Zwischenfälle bekannt. Am Endpunkt wird eine Rede gehalten, danach wollen die meisten Teilnehmer zur 18-Uhr-Demo weiterziehen. Die Polizei hat den Bereich vor dem Kottbusser Tor gesperrt. Die Demonstranten rufen auf, zur Mariannenstraße zu gehen und sich dann der "Revolutionären 18 Uhr Demo" anzuschließen. "Das Kräfteverhältnis reich heute nicht, um durchzubrechen", wird über Lautsprecher von den Veranstaltern gesagt.

+++ 18.30 Uhr +++ Mit rund einer halben Stunde Verspätung startet die "Revolutionäre 18 Uhr Demonstration" am Oranienplatz in Kreuzberg. Die Demo war im Vorfeld nicht angemeldet worden. In der Menge werden vereinzelt Böller und Bengalos gezündet. Nachdem die Einsatzkräfte der Polizei zunächst erwogen hatten, die Oranienstraße für die Demonstranten zu sperren, lässt sie die Teilnehmer doch passieren. Somit ziehen die Demonstranten an dieser Stelle auch über das Myfest.

+++ 19.15 Uhr +++ Die Berliner Polizei berichtet, dass Demonstranten an der Spitze des Zuges "großteils vermummt und verbal aggressiv" seien, letzteres gelte insbesondere im Bereich Manteuffelstraße und Reichenberger Straße. Zudem seien aus der Menge Flaschen auf Polizisten geworfen worden. Pyrotechnik und sogenannte Nebeltöpfe seien gezündet worden, so dass sich zeitweise dichter Qualm über den Demonstrationszug legt.

+++ 20 Uhr +++ Die Stimmung bei der 18-Uhr-Demo ist aggressiver als in den Vorjahren. Mehrfach werden Böller gezündet, aus Häusern fliegen außerdem Eier auf die Polizisten. Mehrere Demonstrationsteilnehmer werden festgenommen. Die Polizei versprüht an der Weser- Ecke Pannierstraße Pfefferspray.

+++ 20.45 Uhr +++ Ein Teilnehmer greift einen Polizisten mit einer Stange an. Die Polizei setzt Pfefferspray ein. Am Endpunkt Spreewaldplatz an der Ecke Wiener Straße stoppt der Demonstrationszug. Einsatzkräfte der Polizei haben den Demonstrationszug eingekesselt.

+++ 21 Uhr +++ Ein Sprecher von Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte der Berliner Morgenpost, über den Tag verteilt hätten rund 200.000 Menschen das Myfest besucht.

+++ 22 Uhr +++ Polizeipräsident Klaus Kandt spricht im rbb von bislang 40 Festnahmen. Gravierende Zwischenfälle gab es bis zum Abend aber nicht.

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1. Mai in Berlin - der Live-Fotoblog