Denkmalschutz

Das sind Berlins schönste U-Bahnhöfe

Zeugnisse der Berliner Geschichte: Mehr als die Hälfte der 173 U-Bahnhöfe steht bereits unter Denkmalschutz.

Eigentlich müsste man sich viel mehr Zeit lassen, wenn man mit der U-Bahn durch die Stadt fährt. Man könnte an jeder Station aussteigen und würde immer wieder in einer anderen Zeit, in einer anderen Architektur landen. Das erste kommunale U-Bahn-Netz in Berlin und auch deutschlandweit wurde 1910 in Schöneberg eröffnet. Es verband die damals selbstständige Stadt mit Charlottenburg, Wilmersdorf und Dahlem. Nach der Entstehung von Groß-Berlin 1920 wurde das Netz stark ausgebaut.

Eine zweite große Bauphase begann nach dem Zweiten Weltkrieg. Zerstörte Stationen mussten wieder aufgebaut werden, außerdem wurden viele Linien verlängert. Vor allem in West-Berlin, denn viele Menschen weigerten sich, mit der S-Bahn zu fahren, weil die von der Deutschen Reichsbahn betrieben wurde – und damit zur DDR gehörte.

Einer der ältesten noch erhaltenen U-Bahnhöfe ist die Station Heidelberger Platz auf der U3. Überhaupt stehen auf dieser Linie wie auch bei der U4 alle Bahnhöfe unter Denkmalschutz. Insgesamt sind 88 der 173 Stationen denkmalgeschützt. Die jüngste Ehrung fand Ende März statt, als sieben Bahnhöfe auf der U7 als besondere Zeugnisse der Nachkriegsmoderne in die Liste aufgenommen wurden, darunter die Stationen Altstadt Spandau, Rathaus Spandau und Paulsternstraße.

Gestaltet wurden diese Bahnhöfe vom Architekten Rainer Rümmler, der überhaupt die meisten Bahnhöfe, die in West-Berlin bis Anfang der 90er-Jahre gebaut wurden, entworfen hat. Für Berlins jüngste Linie, die U55, war er dann nicht mehr zuständig. Sie existiert seit 2009, verkehrt bislang aber nur zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor.

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