Verkehr in Berlin

Selbstfahrende Busse sollen Berliner zum Bahnhof bringen

Berlins S-Bahn-Chef sieht in automatischen Bussen eine wichtige Zukunftstechnologie. Auch das Schienennetz soll ausgebaut werden.

Eine S-Bahn in Berlin

Eine S-Bahn in Berlin

Foto: dpa

S-Bahn-Kunden am Berliner Stadtrand könnten in einigen Jahren auch mit selbstfahrenden Bussen statt mit dem eigenen Auto zum Bahnhof kommen. Das jedenfalls hält S-Bahn-Chef Peter Buchner für möglich. „Ich bin ein großer Fan automatischer Zubringerbusse“, sagte Buchner. Das sei zwar noch Zukunftsmusik. Doch mit einem Partner könne die S-Bahn ein solches Projekt in ein paar Jahren umsetzen.

„Als mögliche Einsatzgebiete kann ich mir Bereiche wie Frohnau, Falkensee, Zehlendorf oder Fredersdorf vorstellen“, sagte Buchner. Vollautomatische Busse könnten dort im selben Takt fahren wie die S-Bahn. „Heute fahren die Busse meistens nur alle 20 Minuten, während wir alle zehn Minuten fahren, und sie hören abends viel früher auf als die S-Bahn. Da fahren manche Leute lieber gleich ganz mit dem Auto oder versuchen, mit dem Auto am Bahnhof zu parken.“

Bahn will mit fahrerlosem Kleinbus Verkehr revolutionieren

Autonomes Fahren als wichtige Zukunftstechnologie

Trotz vieler Vorbehalte in der Bevölkerung gilt autonomes Fahren unter Experten als wichtige Zukunftstechnologie. Wie berichtet, sind Forscher der TU Berlin gerade dabei, in der Hauptstadt eine innerstädtische Teststrecke für Selbstfahrer-Autos aufzubauen. Bereits im Sommer sollen die ersten Pkw ohne Fahrer auf der Strecke zwischen Ernst-Reuter-Platz und Brandenburger Tor unter realen Verkehrsbedingungen erprobt werden. Zur Sicherheit und wegen der gesetzlichen Vorgaben noch mit einem Fahrer im Auto.

Die Deutsche Bahn, Mutterkonzern der S-Bahn, hat bereits im Dezember in Berlin einen Praxistest zum autonomen Fahren gestartet. Auf dem Euref-Campus in Schöneberg dreht ein Minibus ohne Lenkrad und ohne Fahrer seither seine Runden. Das Fahrzeug namens „Olli“ wurde von einem US-amerikanischen Start-up entwickelt.

„Berlin braucht beim Schienenausbau neuen Schwung“

Angesichts der in Berlin-Brandenburg stark steigenden Nutzerzahler im öffentlichen Nahverkehr hat Buchner mehr neue S-Bahn-Strecken gefordert. „Berlin braucht beim Schienenausbau neuen Schwung“, sagte er. „Zurzeit sind wir dabei, die Infrastruktur zu erhalten und zu modernisieren, die da ist“, so Buchner.

Was in einer wachsenden Stadt wie Berlin jedoch fehle sei ein Ausbauprogramm für die Schienen­infrastruktur. Die S-Bahn hatte vorgeschlagen, eine Express-S-Bahn ins Havelland zu bauen und die sogenannte Stammbahn zwischen Potsdam und Berlin wiederzubeleben.

Neue S-Bahnstrecke soll bis Yorckstraße führen

Buchner äußerte sich zuversichtlich, dass die neue S-Bahn-Strecke vom Wedding über den Hauptbahnhof und den Potsdamer Platz bis zur Yorckstraße in voller Länge gebaut wird. „Die wachsende Stadt wird vor allem in der Innenstadt mehr Kapazität brauchen.“ Wegen zahlreicher Bauprobleme hat sich das unter dem Namen S21 bekannte Projekt wiederholt verzögert, die Kosten sind kräftig gestiegen. Der erste Teilabschnitt der S21, der vom nördlichen Ring bis zum Hauptbahnhof führt, wird nach letztem Stand wohl nicht vor 2020 in Betrieb gehen.

Das Piepen beim Türschließen der S-Bahn Modelle im Vergleich

Schluss mit "La-Lü-La". Fahrgäste der Berliner S-Bahn werden im neuen Modell auch neue Signaltöne zu hören bekommen.
Das Piepen beim Türschließen der S-Bahn-Modelle im Vergleich
© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.