Stadtentwicklung

Diese Berliner Spielplätze werden 2017 saniert

Die Bezirke sanieren mehr Spielplätze als bislang bekannt. Allein in Tempelhof-Schöneberg werden 29 Anlagen überholt.

Papa Tobias (40) aus Kreuzberg spielt mit Tochter Tilda (2) auf dem Spielplatz in der Böckhstraße

Papa Tobias (40) aus Kreuzberg spielt mit Tochter Tilda (2) auf dem Spielplatz in der Böckhstraße

Foto: Jörg Krauthöfer

Viele öffentliche Spielplätze in Berlin sind noch immer gesperrt, teilweise zurückgebaut, ungepflegt und nicht mehr zeitgemäß. Eine Gesamterhebung, wie viele der insgesamt 1746 Spielplätze noch sanierungsbedürftig sind, gibt es laut Senat nicht. Viele Bezirke überfordern die Instandhaltungskosten ihrer Spielangebote. Mit dem Kita- und Spielplatzsanierungsprogramm (KSSP) des Senates konnte in den vergangenen vier Jahren viel aufgeholt werden, 303 Spielplätze wurden saniert. In diesem Jahr investieren die Bezirke, wie berichtet, 4,2 Millionen Euro aus dem Programm in 71 Spielplatzerneuerungen.

Die Bezirke nutzen neben dem KSSP auch andere Sonder- und Förderprogramme oder investieren Haushaltsmittel, um die Spielflächen zu erhalten, zu verschönern oder Spielplätze neu zu bauen. Insgesamt werden so in diesem Jahr 134 Spielplätze saniert. Spitzenreiter ist der Bezirk Tempelhof-Schöneberg. 29 Areale werden hier in diesem Jahr aufgewertet. "Wir haben im Bezirk einen deutlichen Schwerpunkt auf die Sanierung von Spielplätzen gesetzt", sagt Christiane Heiß, Stadträtin für Straßen- und Grünflächen in Tempelhof-Schöneberg (Grüne). Es gebe zu wenig Spielflächen für Kinder im Bezirk, weshalb es wichtig sei, die wenigen Flächen attraktiv zu gestalten.

Grafik vergrößern

Spandau investiert in diesem Jahr in 25 neue Spielflächen, gefolgt von Lichtenberg mit 16 Erneuerungen. "Wir konnten den Sanierungsstau auf den Spielplätzen merklich reduzieren, wenngleich noch einiges an Arbeit vor uns liegt, um alle Spielplätze in einen zufriedenstellenden Zustand zu versetzen", sagt Fabian Peter von der Abteilung Schule, Sport, Öffentliche Ordnung, Umwelt und Verkehr des Bezirksamtes Lichtenberg.

Im Bezirk Mitte gibt es zu wenig Spielplätze

Mitte (13), Marzahn-Hellersdorf (13), Treptow-Köpenick (11) und Neukölln (10) bilden das obere Mittelfeld bei den angestrebten Sanierungen. "In den nächsten fünf Jahren wird die Verbesserung der Freiraumsituation ein Schwerpunkt sein", sagt Mitte-Stadträtin Sabine Weißler (Grüne). Von den über 270 Kinderspielplätzen im Bezirk seien in den letzten Jahren 30 Spielangebote teilweise oder komplett saniert worden. Generell seien nicht genug Spielplätze vorhanden. "Das Bezirksamt wird sich deshalb das Ziel stellen, auch bei wachsender Einwohnerzahl, keine quantitative und qualitative Verschlechterung der Versorgung mit Spielflächen zuzulassen."

Im Bezirksamt Treptow-Köpenick kann man den Sanierungsstau immer noch nicht genau beziffern, da noch an der Aufstellung des Bedarfs gearbeitet werde. Es fehle an Personal, heißt es im Amt. "Im Bezirk Neukölln gibt es 120 öffentliche Spielplätze, die wöchentlich kontrolliert werden, deshalb sind sie in einem guten und verkehrssicheren Zustand", sagte Ute Menzel vom Bezirksamt. Zehn werden dennoch saniert.

Steglitz-Zehlendorf plant in diesem Jahr sieben Spielplatz-Erneuerungen, in den Bezirken Pankow und Charlottenburg-Wilmersdorf sind jeweils sechs angedacht. Steglitz-Zehlendorf kann nur rund 60 Prozent des Bedarfs an Spielflächen abdecken, heißt es aus dem Bezirksamt. "Trotz großer Bemühungen in den vergangenen Jahren sind nach wie vor viele Spielplätze nur schlecht ausgestattet", sagt Petra Margraf, Mitarbeiterin im Bezirksamt. Die Anlagen verfügten über wenige Spielgeräte oder nur ein Spielgerät, manchmal seien sie auch veraltet.

In Pankow sieht es noch düsterer für die Kinder aus: Von 220 Spiel- und Bolzplätzen müssen 130 teilweise oder komplett saniert werden. "Für 71 Spielplätze ist die Dringlichkeit derart hoch, dass die Plätze demnächst aus Sicherheitsgründen ganz oder teilweise gesperrt werden müssen, da eine Finanzierung nicht gesichert ist", sagt Diana Kerait vom Bezirksamt Pankow. Dem Bezirk fehlen nach Schätzungen 21,2 Millionen Euro. Die Sanierungen in diesem Jahr sind demnach nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Schlusslicht bei den Erneuerungen sind die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg (3) und Reinickendorf (2) – aber nur auf den ersten Blick. Besonders aussagekräftig sei der Bezirksvergleich nur über einen längeren Betrachtungszeitraum, betont die Reinickendorfer Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU). Mit einer Gesamtspielfläche von 176.000 Quadratmetern stehe Reinickendorf an dritter Stelle und unterhalte Freizeitparks, Abenteuer-, Wald- und Fitnessspielplätze sowie eine BMX-Bahn und eine Skateranlage.

Reinickendorf hat bereits viel Geld investiert

Seit 2014 habe der Bezirk rund vier Millionen Euro investiert. "Wir haben in den vergangenen Jahren jährlich bis zu fünf Spielplätze saniert und alle kontinuierlich kontrolliert, gepflegt und gewartet. Deshalb befinden sich die öffentlichen Spielplätze in Reinickendorf in einem guten Zustand", sagt die Stadträtin. Was in einem guten Zustand sei, müsse bekanntlich nicht saniert werden.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.