Antwort auf Fernbusse

Interregio-Express Berlin–Hamburg bewährt sich

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Thomas Fülling
Seit dem 14. April 2014 fährt der  Interregio-Express die Strecke Berlin–Hamburg. Die Fahrt dauert etwa 80 Minuten länger als mit dem ICE

Seit dem 14. April 2014 fährt der Interregio-Express die Strecke Berlin–Hamburg. Die Fahrt dauert etwa 80 Minuten länger als mit dem ICE

Foto: dpa Picture-Alliance / Hannibal Hanschke / picture alliance / dpa

Als Antwort auf die Fernbus-Konkurrenz startete die Bahn vor drei Jahren ein Angebot für „preissensible Fahrgäste“. Mit Erfolg.

Berlin/Hamburg.  Der Interregio-Express (IRE) Berlin–Hamburg könnte doch noch eine Erfolgsgeschichte für die Deutsche Bahn werden. Der Zug, der in Ergänzung zum schnellen ICE beide Metropolen bis zu zweimal täglich miteinander verbindet, erfreue sich seit Anfang des Jahres einer wachsenden Nachfrage, sagte jetzt der Bahn-Bevollmächtigte für Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Joachim Trettin. Und was noch wichtiger ist: Das Projekt der Bahntochter DB Regio Nordost erreiche langsam „die schwarze Null“, so Trettin. Damit dürften die Chancen steigen, dass der in seiner Art in Deutschland einmalige Zug auch künftig fahren wird.

Seine Premiere hatte der IRE Berlin–Hamburg vor ziemlich genau drei Jahren, am 14. April 2014. Er war der Versuch der Bahn, dem nach der Freigabe des Marktes stark expandierenden Fernbus etwas entgegenzusetzen. Denn gerade auf lukrativen Strecken mit vielen Fahrgästen wilderten die neuen Anbieter kräftig im Herrschaftsbereich der Bahn. Punkten konnten Flixbus & Co. vor allem mit dem Preis. Während Reisende für die Fahrt im ICE vor allem in Spitzenzeiten rasch 78 Euro und mehr (Normalpreis ohne Bahncard) hinblättern müssen, warben die Fernbus-Anbieter mit Kampfpreisen ab sieben Euro.

Mit dem IRE wollte die Bahn die, wie es so schön heißt, besonders „preissensiblen Fahrgäste“ zurückgewinnen. Wer sich in den mit älteren, aber modernisierten Interregio-Wagen bestückten Zug setzt, bezahlt dann auch nur 19,90 Euro für die einfache Fahrt sowie – im Vergleich zum Fernbus – durchaus konkurrenzfähige 29,90 Euro für Hin- und Rückfahrt. Hinzu kommen Sonderangebote: aktuell etwa ein „IRE Berlin–Hamburg spezial“ mit 14,90 Euro für ein Einzelticket (für Reisen bis zum 31. Mai).

Weil der IRE aber nicht die für den ICE reservierte Schnellfahrstrecke über Wittenberge nutzen darf, dauert die Fahrt von Berlin über Stendal, Uelzen und Lüneburg nach Hamburg mit etwa drei Stunden auch rund 80 Minuten länger als im Intercity-Express.

Lange Zeit sah es nicht so aus, dass sich der IRE dauerhaft halten kann. Vor allem in der Wochenmitte fehlten Fahrgäste, was die Bahn dazu veranlasste, das Angebot auf eine Verbindung am Tag zu reduzieren. Doch nun scheint der IRE seine Klientel gefunden zu haben. Steigende Fernbuspreise, aber auch ein guter Service dürften dazu beigetragen haben. So stand IRE-Reisenden früher als Fahrgästen im ICE kostenloses Wlan zur Verfügung. In der kommenden Woche müssen sich die Reisenden indes auf eine Veränderung einstellen. Die Fahrten beginnen und enden vom 18. bis 21. April in der Tiefebene des Berliner Hauptbahnhofs. Die Stopps am Ostbahnhof und am Bahnhof Berlin-Zoologischer Garten entfallen dann.

Weitere Infos: www.bahn.de/ berlin-hamburg

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