Neue Technologie

Berliner Polizei setzt auf Fingerabdruck-Scans

Berlin weitet den Einsatz der Fast-ID-Technologie auf die ganze Stadt aus. Bei der Bundespolizei ist die Technik bereits im Einsatz.

Fingerabdrücke

Fingerabdrücke

Foto: Jochen Lübke / picture alliance / dpa

Im Kampf gegen Kriminelle bekommt die Berliner Polizei technische Unterstützung. Die Innenverwaltung wird den Einsatz der sogenannten Fast-ID-Technologie ausweiten. Mit dieser Technik können Fingerabdrücke an speziellen Arbeitsplätzen eingescannt und mit einer bundesweiten Datenbank abgeglichen werden. Die Geräte sollen nun in allen Direktionen zum Einsatz kommen. Das geht aus einer Antwort der Innenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Innenexperten Tom Schreiber hervor (SPD).

Die Technik wird bereits auf zwei Polizeiabschnitten und den vier Gefangenensammelstellen in der stationären Variante eingesetzt. „Eine Erstreckung auf weitere Abschnitte ist im Rahmen eines sechsmonatigen Probelaufs ab Mai 2017 vorgesehen“, sagt Innenstaatssekretär Torsten Akmann.

Durch den Abgleich gescannter Fingerabdrücke mit dem Bestand des „Automatischen Fingerabdruckidentifizierungssystems“ (AFIS) ermöglicht das System innerhalb weniger Minuten eine Klärung, ob eine Person bereits in der Vergangenheit erkennungsdienstlich erfasst worden ist.

Bei der Bundespolizei ist diese Technik schon seit mehreren Jahren erfolgreich im Einsatz. Probleme gibt es nur mit der mobilen Version, die wegen ihrer geringen Akku-Laufzeiten unbeliebt ist und deshalb auch noch nicht in Berlin zum Einsatz kommen soll. Eine Lösung könnte darin liegen, die Systeme über das Fahrzeugbordnetz mit Strom zu versorgen. Gerade bei Polizeieinsätzen mit vielen Personenkontrollen würde die Technik den zeitlichen Aufwand minimieren. Eine zweite mobile Version, ein IT-Koffer mit Laptop, Drucker, Digicam und Scanner, kann hingegen überall dort, wo eine Steckdose ist, aufgebaut werden.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßt die Fast-ID-Technologie. „Wenn wir im Kampf gegen Kriminelle eine ernsthafte Chance haben wollen, führt an flächendeckender Ausstattung mit Fast-ID kein Weg vorbei“, sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro der Berliner Morgenpost. „Wir sollten zudem über mobile Versionen für Razzien, Großveranstaltungen und andere besondere Einsatzlagen nachdenken. Auf den mobilen Wachen würden sie ebenso Sinn machen, wie beim Einsatztrupp am Kotti“, so Jendro weiter.