Bald Standard

Senat will freies Wlan an allen Berliner Krankenhäusern

Die rot-rot-grüne Koalition stellt zwei Millionen Euro zur Verfügung. Ein Berliner Krankenhaus startet schon nächste Woche.

Foto: Martin Schutt / dpa

Patienten, Besucher und Mitarbeiter in Berliner Krankenhäusern sollen künftig kostenlos im Internet surfen können. Das hat Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) am Freitag angekündigt. Den offiziellen Startschuss zu der Digitalisierungsoffensive werden Kolat und Vivantes-Chefin Andrea Grebe am Montag im Vivantes Klinikum Am Urban geben. Die Kreuzberger Klinik ist dann das erste landeseigene Krankenhaus mit freiem Wlan. In einigen privaten Einrichtungen gibt es den Service bereits.

Die Senatorin erklärte, dass zunächst alle städtischen Krankenhäuser dem Klinikum Am Urban folgen würden. Die Landesregierung wolle, dass nicht nur Privatversicherte auf Komfortstationen Zugang zu kostenlosem Wlan haben, sondern alle Patienten. „Mobile Internetnutzung gehört mittlerweile zum Lebensalltag. In Krankenhäusern ist kostenloses Wlan immer noch eine Seltenheit, obwohl es zur Aufenthaltsqualität beiträgt“, heißt es in einer Mitteilung der Gesundheitsverwaltung.

Dafür seien bislang zwei Millionen Euro vorgesehen. Diese Summe werde voraussichtlich nicht für alle Krankenhäuser ausreichen. „Wir wissen noch nicht, wie die technischen Voraussetzungen in den einzelnen Häusern sind. Deswegen wollen wir erst einmal starten und gucken, wie weit wir kommen“, sagte Kolat im RBB. Gerade in der digitalen Hauptstadt Berlin müssten auch gesetzlich Versicherte in Krankenhäusern kostenlosen Zugang zum Internet haben.

Nach Angaben von Vivantes gab es im Urban-Klinikum auch bisher einen Wlan-Zugang für Patienten. Der Zugangscode kostete allerdings 15 Euro pro Woche. Lediglich auf der Komfortstation sei er gratis gewesen. Zudem sei die Netzkapazität erheblich ausgeweitet worden. Wie es nach dem Pilotprojekt in Kreuzberg mit dem freien Wlan-Zugang in Krankenhäusern konkret weitergeht, sei noch nicht entschieden, sagte Kolats Sprecher Oliver Fey der Berliner Morgenpost. Der Senat zahlt die Digitalisierung allerdings nicht komplett, sondern gewährt Investitionszuschüsse aus dem Investitionsfonds des Landes Berlin. Wie hoch der Eigenanteil der Krankenhäuser ist, blieb am Freitag offen. Die Zuschüsse stünden aber allen Berliner Krankenhäusern zur Verfügung, so Fey.

Einige konfessionelle und private Krankenhäuser bieten ihren Patienten bereits kostenloses Wlan auf allen Stationen, etwa das Martin-Luther-Krankenhaus in Wilmersdorf und das Sana Klinikum Lichtenberg. An den drei Charité-Standorten hingegen gibt es kein Gratis-Wlan. Alle Krankenbetten im sanierten Bettenhochhaus in Mitte verfügen aber über ein Multimediagerät, mit dem der kostenfreie Internetzugang möglich ist.