Tiere

Schäfer fordern mehr Hilfen für Schutz vor Wolfsschäden

Ein Jungwolf blickt in die Ferne.

Ein Jungwolf blickt in die Ferne.

Foto: dpa

Potsdam. Brandenburgs Schäfer fordern vom Land mehr Finanzhilfen für einen wirksamen Schutz vor Wolfsattacken auf Nutztiere. Viele Halter von Schafen oder Rindern müssten Schutzmaßnahmen wie Elektrozäune oder die Anschaffung von Herdenschutztieren selbst bestreiten, sagte der Vorsitzende des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg, Knut Kucznik, am Mittwoch vor dem Agrarausschuss des Landtages in Potsdam. "Weidetierschutz und Wolfsschutz müssen in Einklang gebracht werden."

Ziel seines Verbands sei es, alle Schäfer in Brandenburg mit Schutzhunden auszustatten. Die Praxis habe gezeigt, dass mit dem Einsatz gut geschulter Tiere ein hundertprozentiger Herdenschutz möglich sei. Nach Ansicht Kuczniks müssen Ausnahmen von den strengen Schutzbestimmung möglich sein, "wenn sich Wölfe nicht an die Regeln halten". Dies sei etwa dann der Fall, wenn ein Wolf einen 1,80 Meter hohen Schutzzaun überspringt oder die Nähe von Menschen sucht.

Alexander Just von der Generaldirektion der Europäischen Kommission verwies auf Möglichkeiten, "Problemwölfe" zu beseitigen. Dies sei etwa möglich, wenn sich Tiere zu einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit entwickelten. Allerdings müssten alle Schritte gescheitert sein, auffällige Wölfe zu vergrämen. Regelungen für Erhalt und Begrenzung von Wolfspopulationen seien nationale Angelegenheit.

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