Investitionsstau

86 Millionen Euro Sanierungsstau an Berliner Polizeiakademie

Der Sanierungsstau an der Akademie in Charlottenburg ist laut einem Gebäudescan auf 86 Millionen Euro angewachsen.

An der ehemaligen Landespolizeischule, die jetzt Polizeiakademie heißt, soll die Ausbildung umgekrempelt werden

An der ehemaligen Landespolizeischule, die jetzt Polizeiakademie heißt, soll die Ausbildung umgekrempelt werden

Foto: dpa Picture-Alliance / Rainer Jensen / picture alliance / dpa

Die Polizeiakademie an der Charlottenburger Chaussee ist das Herzstück, wenn es um die Zukunft der Berliner Polizei geht. Hier werden Beamte für den Dienst in der Behörde ausgebildet. Jetzt kommt heraus: Der Sanierungsstau an der Akademie ist in den vergangenen Jahren laut einem Gebäudescan auf 86 Millionen Euro angewachsen. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber an die Innenverwaltung hervor.

Demnach ist der Investitionsstau bei der Akademie von 67 Millionen Euro in 2014, über 78 Millionen in 2015 auf 86 Millionen in 2016 geklettert. Betroffen sind Lehrräume, Turn- und Schwimmhallen, die Schießbahnen und Sanitäranlagen. Die Liste, was alles gemacht werden muss, ist lang. Begonnen wurde beispielsweise mit der Sanierung der Sporthalle (Haus 5) für 3,4 Millionen Euro.

In Planung sind die Modernisierung und der Bau neuer Schießstände für insgesamt 18,1 Millionen Euro. Der Beginn der Arbeiten für das Einsatztrainingszentrum steht unterdessen noch nicht fest. Auch bei den Sanitäranlagen gibt es Nachholbedarf. In 15 Häusern müssen die Toiletten saniert werden, lediglich in einem der Häuser haben die Bauarbeiten begonnen.

Ausbildung an der Akademie wird umgekrempelt

An der ehemaligen Landespolizeischule, die jetzt Polizeiakademie heißt, soll die Ausbildung umgekrempelt werden. Ab September dieses Jahres heißt es: mehr Praxis und weniger Theorie. Demnach soll die Ausbildung künftig in fünf Halbjahre statt wie bisher in drei Ausbildungsabschnitte strukturiert werden. So sollen etwa Praktika künftig im zweiten Halbjahr beginnen und nicht wie bisher erst im dritten Ausbildungsjahr. Die Bewerber sollen auf den Einsatzdienststellen mehr Praxisluft schnuppern.

Die größte Neuerung soll allerdings in der Theorie stattfinden. Zum Beispiel im Fach Deutsch, das künftig nur noch in den ersten beiden Halbjahren, also nicht mehr durchgängig wie bislang, unterrichtet werden soll. Das komplette Thema soll noch einmal im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses behandelt werden. Jetzt bestehe noch die Möglichkeit, so die einhelligen Meinungen quer durch alle Fraktionen, die Pläne zu justieren. Kritik kommt auch von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). "Es gibt einzelne Elemente in der Strukturreform, die Sinn machen, aber wir dürfen die Polizeiakademie nicht zu einer Berufsschule verkommen lassen", sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro.

Bei den Bewerbern scheint die neue Strategie der Polizei Berlin allerdings anzukommen. Für den Ausbildungsstart im Herbst 2017 im mittleren Dienst der Schutzpolizei haben sich 4826 Männer und Frauen beworben – 1436 mehr als im Jahr zuvor.

Kriminalstatistik 2016: Berlin ist etwas sicherer geworden

Kriminalstatistik 2016: Berlin ist etwas sicherer geworden

Mehr zum Thema:

Berlins Polizeischüler bekommen weniger Deutschunterricht

Berliner Polizeischüler wird trotz Porno-Auftritt Beamter

Auf Schießständen auch Probleme mit dem Brandschutz - Berlin - Aktuelle Nachrichten

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.