Eklat

"Die Schwarzen klauen alles" - Hetzer entschuldigt sich

Mit ihrer rassistischen Äußerung hat die Weltenbummlerin Heidi Hetzer für Empörung gesorgt. Nun sagt sie, es sei ihr "herausgerutscht".

.3.17. Heidi hetzer im ZDF MoMa

.3.17. Heidi hetzer im ZDF MoMa

Foto: ZDF MoMa

Schon nach wenigen Sätzen bricht Heidi Hetzer am Dienstagmittag in Tränen aus: „Meine ganze Reise um die Erde scheint nichts mehr wert zu sein: Alles, was die Öffentlichkeit noch interessiert, ist dieser eine Fehler.“ Tags zuvor hatte sich die 79-Jährige bei einem Interview im ZDF-Morgenmagazin von einer Seite gezeigt, die so gar nicht zur Weltenbummlerin passte, die nach mehr als zweieinhalbjähriger Oldtimer-Tour über sechs Kontinente bei der Rückkehr am Sonntag von den Berlinern gefeiert worden war.

Montag früh erzählte Heidi Hetzer der Moderatorin Jana Pareigis vor 90 Gästen im ZDF-Hauptstadtstudio Unter den Linden sowie rund 830.000 TV-Zuschauern gewohnt lebhaft von ihrer Reise. Sie schwärmte von der Hilfsbereitschaft der Menschen unterwegs und den Kaufhäusern Südafrikas. Dann erklärte sie: „Aber wie überall gibt es Nachteile. Die klauen, die Schwarzen, nur wenn Sie eine olle Jacke im Auto liegen lassen, klauen sie die.“

Selbst Profi Pareigis entglitten da vorübergehend die Gesichtszüge. Die Regie zeigte reglos zuhörende Studiozuschauer. Pareigis warf noch ein: „Das ist halt ein armes Land“ und versuchte, die Unterhaltung auf sichereres Terrain zu lenken. Doch das Gespräch war nicht mehr zu retten. 80 Sekunden später war Schluss.

Am Dienstag kommentierte Pareigis auf Facebook, sie sei „sichtlich perplex über die Aussage von Heidi Hetzer gewesen, dass in Südafrika alle Schwarzen klauen würden“. Dies sei eine Aussage, „die natürlich falsch ist und schwarze Menschen rassistisch stereotypisiert und verletzt“. Sie hoffe, das Interview führe zumindest dazu, „dass über rassistische Vorurteile diskutiert wird, die vielleicht auch Frau Hetzer dazu bewegt zu haben scheinen, persönliche Erfahrungen zu verallgemeinern“.

Gegenüber der Berliner Morgenpost sagt sie am Nachmittag, sie habe diese Entwicklung des Gesprächs keinesfalls erwartet. „Das sollte ja kein hartes politisches Interview werden.“ Pareigis, die deutsch-schwedisch-sim­bab­wische Wurzeln hat und erst kürzlich mit ihrer Dokumentation „Afro.Deutsch“ für Deutsche Welle, Phoenix und ZDF.Info in den Hackeschen Höfen Premiere feierte, sagte: „Das Problem an Heidi Hetzers Aussagen ist, dass sie ihre Beobachtung derart verallgemeinert hat.“

Heidi Hetzer, die derzeit wegen einer Darmerkrankung in der Charité behandelt wird, erklärte der Morgenpost, sie habe unter dem Eindruck gesprochen, in Südafrika ständig vor Diebstahl gewarnt und auch selbst ausgeraubt worden zu sein. Hetzer: „Mir ist es herausgerutscht, ohne dass ich es so gemeint habe. Aber: Ich hätte es nicht sagen sollen. Es tut mir leid.“ Das ZDF teilte mit: „Unsere Moderatorin Jana Pareigis hat professionell reagiert.“

Mehr zum Thema:

Motorsportlerin Heidi Hetzer zurück in Berlin

UN-Experten beklagen Rassismus gegen Schwarze in Deutschland

Heidi Hetzer - Weltreise im Oldtimer endet in Berlin

Mutter bekommt rassistische Hasspost an Privatadresse

In 959 Tagen um die Welt - Heidi Hetzer kommt heim