Unterhaltung

Das sind die besten Tipps zum Wochenende in Berlin

Berlin hat jede Menge zu bieten, besonders am Wochenende. Wir bieten euch eine Auswahl interessanter Veranstaltungen in den Kiezen.

"#BerlinBerlin" spielt zwischen Mauerbau und Mauerfall.

"#BerlinBerlin" spielt zwischen Mauerbau und Mauerfall.

Foto: Jörg Metzner

Theater-Tipp: Ein ausgezeichnetes Berlin-Stück von Menschen und Mauern

Mit „#BerlinBerlin“ erzählt das Theater Strahl in seiner neuen Spielstätte Strahl.Halle Ostkreuz eine Familiengeschichte in Ost und West und stellt dabei die Frage nach dem Sinn von Mauern, die uns trennen und immer wieder neu errichtet werden. Dazu performen die Darsteller außerdem als Live-Band Songs von den Puhdys, Nina Hagen oder Bruce Springsteen. Geschrieben wurde das Jugendstück über das Leben in einer geteilten Stadt von vier Autoren aus Ost und West. Ausgezeichnet wurde es kürzlich mit dem Friedrich-Luft-Preis der Berliner Morgenpost für die „beste Berliner und Potsdamer Aufführung des Jahres 2018“. Es sei eine „kraftvolle, zeitgeschichtsgetränkte, berührende Inszenierung“, befand die Jury. Das Stück richtet sich an Zuschauer ab 14 Jahren.

Theater Strahl, Strahl. Halle Ostkreuz, Marktstraße 9–12, Lichtenberg, Tel. 69 59 92 22, www.theater-strahl.de, ab 27. März, 11/19.30 Uhr, Schüler sechs Euro, Erwachsene 16, erm. zehn Euro

Kunst-Tipp: Marzahn huldigt dem „Cézannist vom Prenzlauer Berg“ zum 90. Geburtstag

Maler, Zeichner, Grafiker, Bildhauer und Friedensaktivist: Harald Metzkes war und ist bekannt für seine Vielfältigkeit, die sich über all die Jahrzehnte vor allem in seiner Malerei wiederfand. Der Käthe-Kollwitz-Preisträger, der sich in der DDR nie von der Kunstpolitik vereinnahmen ließ, fand während seines ganzen künstlerischen Schaffen seine Themen und Motive im Alltag. Mochte aber auch Stillleben, Landschaften, groteske wie metaphorische Szenen der Commedia dell’arte und immer wieder Motive aus der Zirkusarena. Besonders verbunden fühlte sich der gebürtige Sachse dem französischen Maler Paul Cézanne und dessen Werken, manche nannten ihn deshalb den „Cézannist vom Prenzlauer Berg“. Anlässlich des 90. Geburtstags Metzkes widmet sich eine Ausstellung im Rathaus Marzahn seiner Kunst. Auf allen fünf Etagen und etwa 2000 Quadratmeter Fläche wird das Gesamtwerk unter dem Titel „Ich bin nur der Maler Metzkes“ gewürdigt.

Altes Rathaus Marzahn, Helene-Weigel-Platz 8, bis 30. Juni Mo. bis Fr. 8 bis 18 Uhr. Eintritt frei

Puppen-Tipp: Frühlingsbeginn im Rixdorfer Kaspertheater

Seit mehr als zwölf Jahren ist das Kaspertheater Rixdorf aus Neukölln nicht mehr wegzudenken. Alle zwei Wochen bespaßt Puppenspieler Artur Albrecht seine Gäste im beschaulichen Rixdorf. Auf mehr als 50 Vorführungen kam das Puppentheater so im vergangenem Jahr. Und auch 2019 ist Albrecht bereits wieder fleißig. Am Sonntag, 24. März, treten um 16 Uhr Kasper und seine Freunde für Kinder und ihre Eltern auf. Rund 45 Minuten dauert eine Vorstellung. Eine Reservierung ist nicht möglich. „Möglichst rechtzeitiges Erscheinen sichert den Eintritt“, versichert Albrecht. Jedes Mal wird ein neues Stück aufgeführt, das Albrecht sich selbst ausdenkt. Wiederholungen? Keine. So verwundert es auch nicht, dass diesen Sonntag ein Stück mit aktuellem Bezug gespielt wird. Schließlich war am 20. März Frühlingsbeginn – und Kasper wird sich um eine verzauberte Frühlingsblume kümmern müssen.

Kaspertheater Rixdorf, Böhmische Straße 46, So., 24. März, 16 Uhr. Eintritt: fünf Euro.

Natur-Tipp: Naturschützer veranstalten Rundgang um die Zitadelle

Vertreter mehrerer Naturschutzorganisationen und der Bürgerinitiative „BI Zitadelle Spandau“ laden zu Führungen durch das Zitadellenumfeld ein. Hintergrund ist die geplante Umgestaltung, die das Umfeld attraktiver und erlebbarer und die Festung selbst sichtbarer machen soll. In dem Zusammenhang sollen auch weitere Bäume gefällt werden. Die Naturschützer betonen dagegen die überregionale Bedeutung des Glacis als Lebensraum für zahlreiche Tierarten und als Erholungsraum mit historischer Bepflanzung. Unter anderem sind in dem Landschaftsschutzgebiet Biber, Eisvögel, Habichte und Mäusebussarde zu finden. Um Interessierten die Besonderheiten, die Planungen und die Spuren, die der vergangene Dürresommer hinterlassen hat, zu zeigen und darüber zu diskutieren, wird der Rundgang organisiert. Eingeplant ist eine Dauer von maximal anderthalb Stunden.

Sbd., 23.03. /30.03., 16.30 Uhr, Fr., 29.3., 17 Uhr. Zitadelleneingang, Am Juliusturm 64, Spandau.

Ausstellungs-Tipp: Auf den Spuren der Revolution der Jahre 1918/19

Es ist die letzte Gelegenheit zu erfahren, wo im Kiez die Revolution von 1918/19 Spuren hinterlassen hat. Unter dem Titel „Frieden, Freiheit, Brot“ widmet sich das FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum in seiner Ausstellung bis Ende März lokalen historischen Momenten wie der Besetzung des „Vorwärts“-Gebäudes im Januar 1919 und der Gründung des ersten Arbeiterrats im Werk der „Knorr-Bremse AG“. Daneben geht es um Themen wie die Friedensbewegung, die Versorgung der Verletzten nach den Barrikadekämpfen und die Rolle der Arbeiterfrauen. Die Schau kann auch als Führung genutzt werden. Denn von Tablets, die im Museum zu leihen sind, oder vom eigenen Smartphone wird man über eine begehbare Karte der Dauerausstellung „Ortsgespräche“ geleitet. An Straßen, Plätzen und Ecken erfährt man, was im zeitlichen Umfeld der Revolution geschah.

FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum, Adalbertstraße 95A, Kreuzberg, Di.-Fr. 12-18 Uhr, Sbd. ab 10 Uhr, bis 31. 3., Eintritt frei

Kunst-Tipp: Galerie Under the Mango Tree zeigt Kunstwerke auf Seide gemalt

Die Galerie „Under the Mango Tree“ an der Merseburger Straße in Schöneberg, parallel zur Akazienstraße, zeigt derzeit Werke des bulgarischen Künstlers Stefan Todorov. Es ist seine erste Solo-Ausstellung in Berlin. Sie trägt den Namen „Sonic Structures“. Seine ausdrucksstarken abstrakten Bilder malt er auf Seide. Todorov lässt sich dabei durch Musik inspirieren. Seine Werke haben keinen Titel. In wechselnden Ausstellungen präsentiert die Galerie zeitgenössische internationale Kunst, von der Fotografie, Malerei bis hin zu Medien Film/Video und konzeptueller Kunst. Regelmäßig finden auch Veranstaltungen statt. So kommt am Donnerstag, 28. März, um 19 Uhr der Berliner Autor Michael Bienert, um aus seinem Buch über E. T. A. Hoffmann zu lesen. Um Anmeldung wird gebeten. Vom 3. bis 4. April ist ein Jazzfestival geplant.

Galerie Under The Mango, Merseburger Straße 14, Tempelhof-Schöneberg. Die derzeitige Ausstellung läuft bis 5. Mai. Mi. bis Fr., 11.30 – 13.30 Uhr, 15.30 – 19 Uhr. e-mail: info@utmt.net; Tel. 030/78 71 84 75, www.utmt.net

Gastro-Tipp: Essen wie in Vietnam im Lichtenberger Dong Xuan Center

Im „Duc Anh Quan“ im Dong Xuan Center schmeckt es wie in Vietnam. Das können auch Landsleute bestätigen. Wer einen Ausflug nach „Klein Hanoi“ an der Lichtenberger Herzbergstraße macht, sollte deshalb unbedingt auch das Restaurant gleich am Eingang der Halle 3 besuchen.

Pho, die ebenso traditionelle wie berühmte Bandnudelsuppe, wird hier in 18 Variationen zwischen 6 bis 10 Euro serviert: zum Beispiel mit Rindsgulasch vietnamesischer Art, „gestückeltem Hühnerschenkel“ oder Tofu und Pak Choi. Auf der äußerst umfangreichen Karte finden sich außerdem Reisnudelgerichte, unter anderem mit Eisbein oder Schneckenfleisch, Glasnudeln als Suppe oder gebraten sowie Salate und zahlreiche Grillgerichte. Unverzichtbar ist dabei die Fischsauce, das „Salz Südostasiens“, verfeinert mit Zucker und Zitrone sowie Kohlrabi- und Karottenstücken. Als Getränk empfiehlt sich frischer Limettensaft und zum Abschluss ein „ca phe“, ein speziell zubereiteter Kaffee mit gezuckerter Kondensmilch. Das Land ist, nebenbei bemerkt, der nach Brasilien zweitgrößte Kaffeeproduzent der Welt.

Und noch ein Hinweis in Sachen fremde Essgewohnheiten: Hundefleisch, wie es in Vietnam auf den Grill kommt, darf in Deutschland zum Glück nicht serviert werden. Wohl aber finden sich auf der Karte Hahnhoden oder knusprig gebackener Frosch (25 Euro). Gegessen wird an langen Tischen in dem Speisesaal, der diesen Namen den Dimensionen nach auch verdient. Hier finden auch große Gesellschaften genügend Platz. Nicht unbedingt gemütlich, aber authentisch ist die Einrichtung. Wer Vietnam kennt und die Atmosphäre eines landestypischen Restaurants wieder einmal erleben will, ist hier bestens aufgehoben. Und wer Lust bekommt, selbst vietnamesisch zu kochen, findet die Zutaten im Lebensmittelladen schräg gegenüber.

Duc Anh Quan, Dong Xuan Center, Halle 3, Herzbergstraße 128, geöffnet täglich außer Dienstag von 10 bis 20 Uhr, Tel. 53 21 74 80