Strafprozess in Moabit

Millionen-Betrug: Angeklagte gestehen vor Gericht in Berlin

Dirk A. und Christian B. prellten Anleger um mehr als 2,6 Millionen Euro. Doch ihnen drohen nur Bewährungsstrafen.

Die beiden Angeklagten im Gericht

Die beiden Angeklagten im Gericht

Es wird oft behauptet, Wirtschaftskriminelle hätten es vor Gericht leichter als Eierdiebe - in diesem Fall stimmt es.

In dem Prozess vor einer Moabiter Wirtschaftskammer, der am Freitag begann, geht es um gewerbsmäßigen Betrug, Verstöße gegen das Kreditwesengesetz und einen Schaden von 2.632.418,48 Euro. Verursacht durch den 49-jährigen Dirk A. und den 44-jährigen Christian B., die offenkundig ganz gezielt Anleger aufs Kreuz legten. Beide Angeklagten legten umfassende Geständnisse ab. Im Gegenzug - das ist Konsequenz eines Deals mit dem Gericht und der Staatsanwaltschaft, können sie mit Strafen zwischen einem Jahr und acht Monaten und zwei Jahren rechnen, in jedem Fall ausgesetzt auf Bewährung. Außerdem soll jeder 25.000 Euro zahlen - was angesichts der Schadenssummer ja eher, wie sich der damalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank AG, Hilmar Kopper,, auszudrücken pflegte, „Peanuts“ sind.

Anleger mit falschen Angaben gelockt

Die Angeklagten gaben zu, die Anleger mit falschen Angaben gelockt zu haben. Den Großteil der eingenommenen Gelder hätten sie für private Zwecke und für die Tilgung von Verbindlichkeiten ihrer Firmen genutzt. Sie hätten bei ihren drei Firmen „von Anfang an ein bewusstes Missmanagement geführt“ und leichtgläubige Anleger geprellt, sagte der Angeklagte Christian B. „Mir war klar, dass wir unsere Versprechen nicht einhalten konnten.“ Ihre Projekte – darunter ein Konferenzveranstalter – seien nur „vage Hoffnung gewesen“.

Christian B. und Dirk A. hatten sich durch ihre frühere Tätigkeit im Wertpapierhandel kennengelernt. Sie sind also Profis, die ihr Fachwissen für ihre Betrügereien nutzten. Im Anklagesatz steht, dass es ihnen „durch geschicktes und gewandtes, den Eindruck von Seriosität vermittelndes Auftreten“ gelungen sei, einige Kunden „sogar mehrfach zum Abschluss von Verträgen“ zu bewegen. Natürlich spielte, wie so oft bei derartigen Betrügereien, auch die Gier der Kunden eine Rolle: Den Anlegern wurden von den Angeklagten ein erhebliches Wachstumspotenzial versprochen; die Rede war von zehn Prozent Zinsen pro Jahr und einmaligen Bonuszahlungen von 15 Prozent. Der Prozess wird am 16. März fortgesetzt.