Sammelcharter

Sachsen schiebt terrorverdächtigen Tunesier aus Berlin ab

In Leipzig startete eine Maschine mit 22 abgelehnten Asylbewerbern. Darunter war auch ein mutmaßliches IS-Mitglied aus Berlin.

Polizisten begleiten einen straffällig gewordenen Asylbewerber zum Flughafen Leipzig-Halle

Polizisten begleiten einen straffällig gewordenen Asylbewerber zum Flughafen Leipzig-Halle

Foto: Sebastian Willnow / dpa

Sachsen hat erneut abgelehnte Asylbewerber aus Tunesien in einem Sammelcharter in ihr Heimatland abgeschoben. In der Maschine, die am Mittwochmittag in Leipzig startete, befanden sich auch zahlreiche Nordafrikaner aus Haftanstalten, darunter nach dpa-Informationen auch ein Terrorverdächtiger aus Berlin.

Insgesamt seien 22 Tunesier abgeschoben worden, davon 15 aus Sachsen, teilte das Innenministerium in Dresden mit. Bei acht Tunesiern aus Sachsen habe es sich um sogenannte Haftfälle gehandelt. An der vom Freistaat organisierten Rückführung hätten sich neben Berlin auch Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen beteiligt.

Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, wurde auch ein 24-jähriger Tunesier abgeschoben, der der Mitgliedschaft in der Terrormiliz IS verdächtigt wird. Er saß in Berlin in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, „sich in Deutschland zur Durchführung eines derzeit nicht näher bekannten Auftrags für den IS aufgehalten zu haben“.

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