Bestenliste

Das sind Berlins beliebteste Oberschulen

Eltern wählen offenbar taktisch, wenn es darum geht, ihre Kinder an öffentlichen Gymnasien anzumelden. 1055 Plätze sind noch frei.

Foto: pa/Montage: BM

Auf Platz eins der zehn beliebtesten Gymnasien steht in diesem Jahr das Primo-Levi-Gymnasium in Weißensee. Auf 128 Plätze haben sich dort 199 Schüler beworben. Im vergangenen Jahr lag dagegen das Robert-Blum-Gymnasium in Tempelhof-Schöneberg ganz vorn. Die Schule taucht in diesem Jahr gar nicht mehr unter den zehn besonders nachgefragten Schulen auf. Laut Bildungsverwaltung stehen überhaupt nur zwei Gymnasien, die 2015 zu den Top 10 gehörten, auch in diesem Jahr wieder auf der Liste. Dafür sind andere Schulen nach vorn gerückt wie etwa das Leibniz-Gymnasium in Kreuzberg. Dort haben sich auf 128 Plätze 177 Schüler beworben. Berlinweit haben von 87 öffentlichen Gymnasien 41 gemeldet, dass sie mehr Bewerber als Plätze haben.

Bei den Sekundarschulen hat sich hingegen wenig verändert. Auf dem ersten Platz steht hier die Spandauer Martin-Buber-Sekundarschule mit 534 Bewerbern auf 156 Plätze. Im vergangenen Jahr lag die Reinickendorfer Max-Beckmann-Sekundarschule ganz vorn. In diesem Jahr belegt sie Platz zwei unter den zehn gefragtesten Schulen. Neu auf der Top 10-Liste sind in diesem Jahr die Herbert-Hoover-Sekundarschule in Wedding und die Kurt-Schwitters-Sekundarschule in Prenzlauer Berg. Insgesamt haben 53 der 124 Sekundarschulen mehr Anmeldungen als Plätze. Die privaten Oberschulen sind in das Ranking nicht einbezogen.

Grafik vergrößern

Beate Stoffers, Sprecherin von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte der Berliner Morgenpost, dass es natürlich auch viele andere Gymnasien und Sekundarschulen mit ähnlich vielen Bewerbungen gibt wie sie die ersten zehn Schulen haben. „Diese Schulen haben aber mehr Plätze im Angebot.“

Insgesamt meldeten sich dieses Jahr 22.797 Schüler an einer öffentlichen Oberschule an. Laut Bildungsverwaltung sind das rund 415 Schüler mehr als im Vorjahr. Trotzdem sind insgesamt noch 1055 freie Plätze vorhanden, 748 an Integrierten Sekundarschulen und 307 an Gymnasien. Bildungssenatorin Sandra Scheeres sagte dazu: „Wir haben die Anzahl der Schulpätze an weiterführenden Schulen um 500 Plätze erweitert. Somit können auch im Verlaufe des Schuljahres 2017/18 zuziehende Schüler einen Platz erhalten.“ Angesichts der ständig wachsenden Stadt würden überdies zunehmend mehr Plätze gebraucht. Auch in diesem Jahr gibt es wieder einen deutlichen Trend hin zur Sekundarschule. 56,7 Prozent der Schüler wählten eine der 124 Sekundarschulen. 43,3 Prozent entschieden sich für eines der 89 Gymnasien. Die Aufnahmebescheide werden von den Bezirken ab 19. Mai an die Eltern versendet.

Nicht immer entscheidet die Durchschnittsnote

Das Primo-Levi-Gymnasium kann zum kommenden Schuljahr vier neue siebente Klassen mit jeweils 32 Schülern einrichten. Trotzdem gehen viele der knapp 200 Bewerber leer aus. 60 Prozent der Plätze werden an die Schüler gegeben mit den besten Durchschnittsnoten auf der Förderprognose von den Grundschulen. Laut Homepage haben Schüler mit einem Durchschnitt bis 1,6 einen Platz sicher. Die anderen können auf das Losglück hoffen.

An zweiter Stelle der nachgefragtesten Gymnasien steht das Lessing-Gymnasium in Wedding. „Die Eltern wählen erfahrungsgemäß für den Erstwunsch die Schule, die ihnen am meisten zusagt“, sagte Schulleiter Michael Wüstenberg. Das Lessing-Gymnasium habe einen sehr guten Ruf, was die Förderung von Begabungen angeht. Auch die verkehrsgünstige Lage spiele eine Rolle. Die beliebte Max-Beckmann-Sekundarschule in Reinickendorf hat ein individuelles Auswahlverfahren für ihre Bewerber. „Wir führen mit 320 Schülern intensive Gespräche“, sagte der Schulleiter Matthias Holtmann.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.