Stasi-Vergangenheit

Andrej Holm bekommt Berater-Job bei der Linksfraktion

Der wegen des Umgangs mit seiner Stasi-Vergangenheit zurückgetretene ehemalige Staatsekretär tritt eine Stelle im Abgeordnetenhaus an.

Der parteilose Stadtsoziologe wurde von seiner Dozenten-Tatigkeit an der HU beurlaubt

Der parteilose Stadtsoziologe wurde von seiner Dozenten-Tatigkeit an der HU beurlaubt

Foto: imago stock / imago/Jens Jeske

Die Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus wird den wegen seiner Stasi-Vergangenheit zurückgetretenen Ex-Staatssekretär Andrej Holm als Berater anstellen. Das bestätigte Fraktionsgeschäftsführer Steffen Zillich der Berliner Morgenpost.

Holm solle seine wohnungspolitischen Kompetenzen in der Fraktion einbringen, sagte Zillich. Es gehe darum, die Wohnungspolitik regelmäßig zu begleiten, Konzepte auf ihre Realisierungschancen zu prüfen und Ideen aus anderen Städten in die Berliner Diskussion einzubringen.

Die Partei erwartet eine "fachliche Gegenleistung"

Holm ist seit seiner Berufung als Staatssekretär für Wohnen bei der Linken-Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher von seiner Tätigkeit als Dozent an der Berliner Humboldt Universität beurlaubt und hat nach seinem Rücktritt keine Beschäftigung mehr.

Deshalb fühle sich die Linke für ihn verantwortlich, sagte Zillich. Holm werde keine Anwesenheitspflicht in der Fraktion haben. "Aber wir erwarten uns natürlich schon eine fachliche Gegenleistung und die wird es auch geben", so der Fraktionsgeschäftsführer.

Der Fall Holm wird am Donnerstag auch das Abgeordnetenhaus beschäftigen. Die CDU-Fraktion fordert in einem dringlichen Antrag, die anhaltende Besetzung des Instituts für Sozialwissenschaften an der Humboldt Uni unverzüglich zu beenden. Studenten und Unterstützer hatten Holms Institut besetzt, um die Weiterbeschäftigung des Sozialwissenschaftlers zu erreichen. HU-Präsidentin Sabine Kunst hatte Holm zunächst gekündigt, weil dieser in seinem Fragebogen zur Einstellung falsche Angaben zu seiner Stasi-Vergangenheit gemacht hatte. Später bedauerte der Wissenschaftler sein Fehlverhalten und Kunst wandelte die Kündigung in eine Abmahnung um. Die CDU bezeichnet die Entscheidung der HU-Präsidentin als "grotesk und unglaubwürdig". Zudem sei es unverantwortlich, die Besetzung des Instituts weiter zu dulden.

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