Tödliches Feuer

Brand in Saunaclub - Keine Baugenehmigung für Umbauten

Die Ermittler prüfen, warum einer der Notausgänge im Erdgeschoss des Clubs an der Kurfürstenstraße verbarrikadiert war.

Ein Polizeibeamter steht vor dem Saunaclub. Am Sonntagabend war in dem Sauna-Club "Steam Works" (früher Apollo Splash Club) ein Feuer ausgebrochen: 25 Gäste konnten sich spärlich bekleidet ins Freie retten, für drei Männer kam allerdings jede Hilfe zu spät

Ein Polizeibeamter steht vor dem Saunaclub. Am Sonntagabend war in dem Sauna-Club "Steam Works" (früher Apollo Splash Club) ein Feuer ausgebrochen: 25 Gäste konnten sich spärlich bekleidet ins Freie retten, für drei Männer kam allerdings jede Hilfe zu spät

Foto: Paul Zinken / dpa

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei nach der Brandtragödie in einem Saunaclub an der Kurfürstenstraße in Schöneberg haben auch am Dienstag noch kein abschließendes Ergebnis erbracht. Nach den bisherigen Untersuchungen könne jedoch ausgeschlossen werden, dass jemand den Brand absichtlich gelegt habe, teilte ein Sprecher der Polizei mit.

Durch die weiter andauernden Untersuchungen erhoffen sich die Fachleute eines Brandkommissariates Erkenntnisse darüber, ob der verheerende Brand durch fahrlässiges Verhalten eines Besuchers oder Mitarbeiters verursacht wurde, oder ob ein technischer Defekt der Grund ist. Gebrannt hatte es in einer Zwischendecke, in der auch zahlreiche elektrische Leitungen verlaufen.

Die Genehmigung für den Saunaclub stammt aus dem Jahr 1981. Für sämtliche danach ausgeführten Umbauten liegen keine baulichen Genehmigungen vor, sagte der zuständige Dezernent Oltmann (Grüne). Der Baustadtrat kündigte zudem für Donnerstag einen Vor-Ort-Termin an.

Die Räume waren bei dem Brand am Sonntagabend stark verqualmt. Durch die giftigen Rauchgase waren drei Männer ums Leben gekommen, ein weiterer wurde schwer verletzt. Zwei der Todesopfer wurden am Dienstag identifiziert. Wie die Polizei mitteilte, handelt es sich um einen 49-jährigen Italiener sowie einen gleichaltrigen Spanier. Beide Opfer hatten in Berlin gelebt. Der Name des dritten Toten stand weiterhin nicht zweifelsfrei fest.

Einer der Notausgänge im Erdgeschoss der Einrichtung war nach bisherigen Erkenntnissen offenbar versperrt. Nach Ansicht der Polizei hatte dies aber vermutlich keine Auswirkungen auf die Flucht der Gäste und die Evakuierung des Clubs, da der Brandherd sich eine Etage tiefer befunden habe.

Der Saunaclub erstreckt sich über das Erd- sowie das Kellergeschoss des Gebäudes. Für die Feuerwehr war der Einsatz schwierig, da das Etablissement sehr verwinkelt ist. Außerdem war es dort aufgrund der starken Verqualmung unübersichtlich. Feuerwehrleute mussten viele der rund 60 kleinen Räume aufbrechen, um sicher zu sein, dass sich dort keine Menschen mehr aufhielten. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot von 80 Kräften in dem Club „Steam Works“ stundenlang im Einsatz.

Mehr zum Thema:

Drei Männer sterben bei Brand in Schöneberger SaunaclubDrei Tote bei Feuer in Saunaclub, Brandermittler vor Ort