Schüler

Mehr als 2700 Unfälle auf dem Schulweg in Berlin

2720 Unfälle haben Berliner Schüler im Jahr 2015 auf dem Schulweg erlitten - die Hälfte davon geschah im Straßenverkehr.

Ein Polizist regelt vor der Werbellinsee Grundschule in Schöneberg den Verkehr

Ein Polizist regelt vor der Werbellinsee Grundschule in Schöneberg den Verkehr

Foto: Steffen Pletl

Berliner Schüler haben im Jahr 2015 auf dem Schulweg insgesamt 2720 Unfälle erlitten. Das geht aus der Antwort der Schulverwaltung auf eine Anfrage des Abgeordneten Harald Moritz (Grüne) hervor. Die Zahlen stammen von der Unfallkasse Berlin. Die Kasse erwartet 2016 eine ähnliche Größenordnung. Etwa die Hälfte aller Unfälle passierte im Straßenverkehr.

An der Berliner Werbellinsee-Grundschule war zuletzt der Einsatz von Schülerlotsen abgebrochen worden. Die Lotsen seien laut Medienberichten regelrecht drangsaliert worden. Zuletzt hatten dort sogar Polizisten morgens den Verkehr geregelt.

Vor diesem Hintergrund fordern das Deutsche Kinderhilfswerk und der Verkehrsclub VCD Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) auf, gegen den wachsenden und gefährlicher werdenden Autoverkehr vor vielen Schulen vorzugehen.

Günther solle ein Konzept entwickeln, „das auf Sensibilisierung und Aufklärung, letzlich aber auch auf Kontrollen setzt“. Würden Appelle und Aufklärung ins Leere laufen, müsse den sogenannten Elterntaxis mit Halteverbotszonen und Tempobeschränkungen Einhalt geboten werden.“

„Die Probleme mit rücksichtslosen Autofahrerinnen und Autofahrern, die zum Abzug der Schülerlotsen vor Berliner Schulen geführt haben, müssen schnell gelöst werden“, so Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerks. Hofmann weiter: „Hier braucht es polizeiliche Präsenz, aber es müssen auch wieder mehr Kinder beziehungsweise Eltern und Kinder zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen. Das entspannt die teils chaotische Verkehrssituation vor den Schulen am besten.“