Extremismus

173 antisemitische Straftaten 2016 in Berlin

Antisemitische Beschimpfungen im Internet oder per Mail kommen weiterhin oft vor. Zudem gab es 2016 sechs bekannt gewordene körperliche Angriffe auf Juden.

Berlin. 173 antisemitische Straftaten sind nach einer vorläufigen Statistik im vergangenen Jahr von der Berliner Polizei gezählt worden. Das geht aus einer Antwort des Senats vom Donnerstag auf eine Grünen-Anfrage hervor. In den Jahren zuvor waren es jeweils zwischen etwa 140 und 190 Taten. Die tatsächliche Zahl antisemitischer Taten dürfte weitaus höher sein; viele Opfer melden sich nicht bei der Polizei.

Die meisten Täter sind Neonazis und andere Mitglieder der rechtsextremen Szene. Viele Taten fallen in den Bereich der Volksverhetzung, etwa durch judenfeindliche Beschimpfungen, Mails oder Internetveröffentlichungen. Unter Propagandadelikte und Sachbeschädigungen fallen Hakenkreuz-Schmierereien an Hauswänden oder Denkmälern.

Es gab aber auch mehrere gewalttätige Angriffe auf Juden. Die Polizei registrierte sechs Opfer. Außerdem kommen immer wieder Pöbeleien, Beleidigungen und Verleumdungen vor.

Die Senatsinnenverwaltung und die Polizei betonten, die endgültigen Zahlen sollen erst Mitte des Jahres vorliegen. In diesem Jahr sei man mit der Statistik zudem im Verzug: "Aufgrund des Anschlages auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz und den damit verbundenen umfangreichen polizeilichen Maßnahmen sind (...) erhebliche Erfassungsrückstände zu verzeichnen, die bislang noch nicht aufgearbeitet werden konnten. Die Fallzahlen sind insoweit nur eingeschränkt aussagekräftig."