Name des Eisbär-Babys

"Abwarten, ob der Name Fritz auch in Kitas mehr gehört wird"

Fritz heißt der kleine Eisbär im Tierpark. Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem gefällt der Name gut, denn er passe zu Berlin.

Ein Eisbärchen namens Fritz: "Typisch deutsch, passt zu Berlin"

Das kleine Berliner Eisbärchen hat endlich einen Namen: Fritz. Fritz selbst interessiert das eher wenig, gibt es doch so viel Leckeres zu futtern! Mama Tonja hatte den Kleinen am 3. November in einer Zwillingsgeburt zur Welt gebracht.

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Nein, das ist kein Kuscheltier. Das da ist ein echter Eisbär mit echten Knopfaugen. Erinnern Sie sich an die Neuigkeiten Anfang November vergangenen Jahres aus dem Tierpark in Friedrichsfelde? An die Geburt des damals noch meerschweinchengroßen Bären? Ja, ganz richtig, der ist wirklich niedlich. Das finden auch wir.

Nun ist das weiße Ding, das noch immer ziemlich klein ist und mit seiner Mutter Tonja in der Wurfhöhle lebt, schon fast drei Monate alt. Seit Dezember weiß man, dass es ein Junge ist. Und Mittwochmorgen um 1.45 Uhr bekam die Welt dann über den Kurznachrichtendienst Twitter ein Bild des Bären mit der Eilmeldung: „Hallo, ihr könnt mich Fritz nennen. Hello, please call me Fritz.“

Eilmeldung. Das ist natürlich übertrieben. Aber in Zeiten voller Unsicherheiten und Politikern wie Donald Trump und rechtspopulistischen Parteien können solche Nachrichten voller Harmonie ziemlich guttun. Das Verlangen nach Neuanfang, Unschuld und Banalitäten. Und am Ende ist es, wie es eben ist, auch wenn man doch eigentlich lieber keinen Klischees hinterherhecheln möchte: Tierbabys sind einfach so süß!

Das Berliner Eisbärbaby heißt Fritz

Auf den Namen Fritz hat sich eine siebenköpfige Jury um den Zoodirektor Andreas Knieriem geeinigt. Etwa zwei Stunden wurden etliche Namen diskutiert, abgewogen und wieder verworfen. Die Wochen zuvor gingen diverse Vorschläge ein. Beteiligt waren Zeitungen und der Sender Radio Berlin. Nach dessen Angaben kamen einige der Ideen sogar aus Schweden, den USA, Südafrika, Japan und Neuseeland. Insgesamt seien es am Ende wohl 10.000 Vorschläge gewesen. „Mischa, Ole, Tatze, Oskar, Fritz, Bolle, Nanuk, Kolja, Fiete, Igor, Max, Felle, Alex, Paule, Juri, Balu, Kalle oder doch Lars? Berlin rätselt ...“, hatte der Tierpark am Dienstag ein paar Stunden vor der Bekanntgabe noch getwittert.

Der Tierpark suchte nach einem, der zu Berlin passt und auch zu einem bald schon rund 600 Kilogramm schweren, ausgewachsenen Bären. Denn auch dieses weiße Wollknäuel wird irgendwann ähnlich massig wie sein Vater Wolodja, der momentan allein in der Anlage unterwegs ist. Mit gemächlichem Schritt trottet er hin und her, klettert über den Felsen, legt sich auf den Rücken und zeigt seinen Bauch. Die Show muss ja weitergehen.

Ein Eisbärchen namens Fritz: "Typisch deutsch, passt zu Berlin"
Ein Eisbär namens Fritz: "Typisch deutsch, passt zu Berlin"

Fritz, so einigte sich das Komitee am Ende, sei der perfekte Name für das Baby. Kurz und knackig. Das war den Entscheidern wichtig. Außerdem ist er ein klassischer, ein typisch deutscher Name, der, wie es in der Begründung weiter hieß, Assoziationen zu Berlin und zum Standort Friedrichsfelde wecke.

Schließlich hat er Tradition in der Stadt: Man denke an den berühmten „Alten Fritz“, wie der Preußenkönig Friedrich II. auch genannt wurde. Knieriem jedenfalls ist äußerst zufrieden mit der Wahl: „Ich finde ihn ganz wunderbar. Es ist eben ein Charaktername, der zu einem Charakterbären auch gut passt.“ Der Name reiht sich in vorige Namensfindungen für Tierbabys der Stadt ein. Schon in der Vergangenheit hätten Berliner ihrem Zoonachwuchs so eindeutige Namen gegeben. „Und jetzt warten wir doch mal ab, ob der Name Fritz in den nächsten drei Jahren auch in der Kita wieder mehr gehört wird“, sagte Knieriem.

Nach 22 Jahren ist Fritz das erste Eisbärenjunge im Tierpark. Nachdem das zweite Junge von Tonja kurz nach der Geburt verstorben war, kämpfte sich Fritz ins Leben und hat schon jetzt eine große Fanbasis. Das zeigt sich unter anderem bei Facebook, wo der Tierpark regelmäßig Videos veröffentlicht. Zuletzt sah man Fritz, wie er neben seiner gefühlt 100-mal größeren Mama versucht, Gemüse zu essen. Ja genau: so süß!

Der kleine Eisbär-Schützling des Tierparks ist nun zwei Monate alt
Der kleine Eisbär-Schützling des Tierparks ist nun zwei Monate alt

Das alles – auch der Namensfindungswettbewerb – schreit nach Futter für Aufmerksamkeit um ein Tier im Berliner Zoobetrieb. Da passt es gut, dass sich den einsilbigen Namen auch Besucher aus dem Ausland gut merken können. So ein Mini-Eisbär kann schließlich ganz schön medienwirksam für eine Stadt sein. Spätestens nach der international bekannt gewordenen Zoolegende Knut weiß man das.

Vor zehn Jahren wurde der Eisbär im Zoologischen Garten geboren. Pfleger Thomas Dörflein versorgte ihn liebevoll und zog ihn mit der Flasche auf, weil seine Mutter ihn nicht als Kind annehmen wollte. Das sorgte für großes Medienecho. Im Jahr 2011 starb er dann an den Folgen einer Gehirnentzündung.

Obwohl Fritz und seine Mutter erst im Frühjahr nach draußen gehen werden, interessieren sich die Besucher schon jetzt für den Bären, nennen ihn Fritzchen. Manche hoffen auch, dass sie ihn vielleicht doch schon in echt sehen können. Doch an dem Sicherheitsposten, der die Wurfhöhle bewacht, kommt kein Gast vorbei. Mit dieser gesteigerten Aufmerksamkeit scheint Fritz auf direktem Wege zu sein, in die populären Stapfen von Knut zu treten. Das Potenzial hat er in jedem Falle. Nur das koordinierte Stapfen muss er noch lernen. Aber nur, wenn er seine Niedlichkeit dabei nicht verliert. Fritz soll nämlich am besten so süß bleiben.

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Mini-Eisbär lässt sich bei Krabbelversuchen nicht entmutigen
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