Teure Entsorgung

Illegaler Müll auf den Straßen kostet Berlin Millionen Euro

In Berlin entsorgt man seine Matratze gerne auf dem Gehsteig, den Kühlschrank auf der Straße. Anwohner sind genervt, die Stadt zahlt.

Alltägliches Bild in Berlin: Ein ausgedienter Kühlschrank rostet neben der Straße vor sich hin

Alltägliches Bild in Berlin: Ein ausgedienter Kühlschrank rostet neben der Straße vor sich hin

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berliner laden jedes Jahr an Zehntausenden Stellen der Stadt illegal Sperrmüll, alte Elektrogeräte, Baumüll, Gartenabfälle oder sonstigen Unrat ab. In den vergangenen beiden Jahren kostete die Müllbeseitigung das Land jeweils knapp vier Millionen Euro, die von der Stadtreinigung BSR in Rechnung gestellt wurde. Das antwortete die Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage der CDU. Über die im Juli 2016 eingeführte App „Ordnungsamt-Online“ und die schon vorher mögliche Internet-Meldung haben Tausende Berliner den Ordnungsämtern Missstände gemeldet.

Pankow kämpft gegen illegelen Müll am Straßenrand

Das Land zahlte für die Müllentsorgung 2015 3,94 Millionen Euro und 2016 bis Ende November 3,79 Millionen Euro. Am schlimmsten ist die Situation in den Innenstadtbezirken. Im Bezirk Mitte meldeten Anwohner im vergangenen Jahr 12 775 Mal Müll auf Straßen und Plätzen. 9400 Mal ging es um Sperrmüll, rund 2500 Mal um Elektroschrott, mehr als 400 Mal waren es Bauabfälle, dazu kamen 52 Autowracks. Moabit, Wedding und Gesundbrunnen waren die am meisten belasteten Stadtteile.

In Neukölln, und hier besonders im schwierigeren Nordteil, gab es ebenso rund 10 000 Meldungen. In Friedrichshain-Kreuzberg liegen erst seit September Statistiken vor, aber allein die Boxhagener Straße, die Rigaer Straße und die Görlitzer Straße am Park wurden in den drei Monaten jeweils mehr als 100 Mal genannt.

Aber auch in eher bürgerlichen Bezirken wie Charlottenburg-Wilmersdorf und in Außenbezirken wie Spandau und Marzahn-Hellersdorf luden Menschen in jeweils Hunderten Fällen alte oder kaputte Möbel, Kühlschränke und Matratzen sowie volle Müllsäcke einfach an der Straße ab.