Gedenkstätten

Berlin gedenkt der Opfer des Holocaust

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz. Dem Gedenken widmet unter anderem der Bundestag eine Sondersitzung.

Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster.

Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster.

Foto: dpa

Berlin. Am Freitag gedenkt Berlin der Opfer des Holocaust. Am 72. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch sowjetische Truppen am 27. Januar 1945 finden in der Hauptstadt im Tagesverlauf verschiedene Gedenkveranstaltungen statt.

Auch der Deutsche Bundestag widmet den Opfern des Nationalsozialismus am Freitag ab 9.00 Uhr eine Sondersitzung. In diesem Jahr stehe die Gedenkstunde im Parlament im Zeichen der Erinnerung an die Opfer der sogenannten Euthanasie-Morde, so der Bundestag in einer Pressemitteilung. Auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), nimmt an der Gedenkveranstaltung des Deutschen Bundestags teil.

Vorab erklärte Müller: "Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ist eine Zukunftsaufgabe." Die Erinnerung an den Holocaust und an die mörderische Diktatur der Nationalsozialisten mache immer wieder bewusst, wohin der Verlust von Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie führe.

Menschen, die vom NS-Regime verfolgt wurden, versammeln sich um 11.30 Uhr zu einer Mahnwache und Kundgebung am Holocaust-Mahnmal nahe dem Bundestag. Anlässlich des Gedenktages weisen sie auch auf die Notwendigkeit einer Korrektur des sogenannten Ghetto-Renten-Gesetzes von 2002 hin, um die Auszahlung der Renten an bislang ausgeschlossene Ghetto-Beschäftigte möglich zu machen. Zur Unterstützung der Forderungen der Überlebenden haben sich Enkel der Holocaust-Opfer aus verschiedenen europäischen Ländern zur "Initiative Ghetto-Renten Gerechtigkeit Jetzt" zusammen geschlossen.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland appellierte, die Erinnerung stets wachzuhalten. "Die deutsche Geschichte lehrt uns, zu welch grauenhaften Verbrechen der irrationale Hass auf Juden geführt hat. Daher muss gerade in Deutschland gelten: Null Toleranz für Antisemitismus", erklärte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster.

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