Berlin

Gewerkschaft ruft Berlins Erzieher zum Streik auf

Am kommenden Donnerstag wird es Kitas und Horte treffen

Kurz vor den Winterferien wird an Schulen und Kitas gestreikt. Verdi und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) haben für den 26. Januar alle Erzieher und Mitarbeiter im sozialen Dienst zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind die Kitas der Eigenbetriebe und vor allem die Horte an den Grundschulen.

Die Gewerkschaften wollen mit dem Warnstreik Druck in den aktuellen Verhandlungen des Tarifvertrages der Länder aufbauen. Sie fordern für die Berliner Erzieher die Angleichung des Gehalts an das der Kollegen in anderen Bundesländern. In Brandenburg verdienen die Erzieher bis zu 430 Euro mehr als in Berlin. Der Grund: In den Kommunen werden Erzieher nicht nach dem Tarifvertrag der Länder, sondern nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt. „Die Arbeitgeber der Länder sind aufgerufen, diese Schere zu schließen, wenn sie qualifiziertes Personal gewinnen und halten möchten“, sagte die GEW-Vorsitzende Doreen Siebernik am Freitag. Angesichts des Fachkräftemangels drohe ein Qualitätsverlust an Kitas und Ganztagsschulen. Die erste Verhandlungsrunde ist am Mittwoch ergebnislos zu Ende gegangen. Neben den Kitas und Schulen werden auch Bezirks- und Jugendämter von dem Streikaufruf betroffen sein.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat sich für Lohnerhöhungen für Erzieher an Berliner Kitas und Schulen ausgesprochen. Zwischen Berliner Erziehern und solchen, die anderswo nach dem kommunalen Tarifvertrag bezahlt werden, klafften inzwischen beim Gehalt Lücken von bis zu 400 Euro, sagte Scheeres auf der SPD-Fraktionsklausur in Erfurt. Damit reagierte sie auf den Streikaufruf der Gewerkschaften. Die Position der Berliner Koalition in dieser Frage sei klar, sagte Scheeres. Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) sagte, er rechne im Frühling mit einem Ergebnis der Tarifrunde. Es werde eine Perspektive geben, um die Bezahlung über die kommenden Jahre anzugleichen. Er rechne damit, „dass sich noch in diesem Jahr etwas tun wird auf den Gehaltszetteln“. Nach Schätzungen der GEW fehlen derzeit allein in Berlin 1000 Erzieher in den Kitas. Bis zum Jahr 2020 sollen rund 30.000 neue Kitaplätze geschaffen werden. Laut Scheeres müssen 2016/2017 1300 Erzieher eingestellt werden.