Berlin

Rattenplage am U-Bahnhof Warschauer Straße

Menschliche Exkremente ziehen Ungeziefer an. Gesundheitsamt warnt vor Infektionsgefahr

Im Bereich unterhalb des U-Bahnhofs Warschauer Straße herrschen erhebliche Hygieneprobleme. Am Ausgang Warschauer Platz, Ecke Rudolfstraße, leben Ratten, auch wird der Bereich an den dort installierten Fahrradständern von Passanten zum Urinieren genutzt. Die Ecken am früheren Aufgang zur Ebene des U-Bahnhofs sind mit menschlichem Kot und Urin verschmutzt.

Daneben schließen Radfahrer ihre Räder an. Schlammartig liegt eine Schicht menschlicher Exkremente in den Ecken, verwaschen von Urin und Regenwasser. Beißender Gestank sticht in die Nase. Die Verursacher: Häufig Passanten, die sich dort erleichtern.

Das Gesundheitsamt Friedrichshain-Kreuzberg bestätigt auf Anfrage der Berliner Morgenpost die Probleme. „In Bezug auf die Situation im Bereich Warschauer Platz, Ecke Rudolfstraße, lagen erstmals am 24. und 31.10.2016 Beschwerden über Rattenvorkommen speziell in diesem Gebiet vor“, heißt es in einer Mitteilung. Die Gesundheitsaufsicht des Fachbereiches Hygiene und Umweltmedizin habe daraufhin eine „anlassbezogene Besichtigung“ des Gebietes vorgenommen und den Rattenbefall bestätigt.

Übertragung von Krankheiten ist ein Problem

Zu den Verunreinigungen mit Ausscheidungen heißt es weiter: „Das Problem mit menschlichen Fäkalien und Urin ist Ausdruck von sozialen Problemen und Verhaltensproblemen der sich dort aufhaltenden Menschen, ob von obdachlosen Menschen oder von Partygästen.“

Möglich sei eine Übertragung von Krankheiten über die dort vorkommenden Ratten – letztlich auch auf den Menschen. „Die Übertragung von Krankheitserregern, einschließlich von in Fäkalien vorkommenden Erregern, durch Ratten ist ein ernst zu nehmendes Thema.“ Kämen Ratten mit menschlichen Fäkalien in Kontakt, könne nicht ausgeschlossen werden, „dass dadurch zum Beispiel multiresistente Darmkeime auf die Ratte übertragen und von dieser dann an andere Orte des Aufenthaltes der Ratte übertragen werden können“, teilte das Gesundheitsamt der Berliner Morgenpost mit. „Kommt die Ratte dann mit Lebensmitteln in Kontakt, können die Keime von der Ratte auch auf das Lebensmittel übergehen und schließlich auch den Menschen erreichen.“ Man fordere daher dazu auf, „öffentliche Grünanlagen nicht als Toiletten zu benutzen“.

Auch Essensreste sind in dem Bereich häufig zu finden. Meist handelt es sich um heruntergefallene Reste von Dönern, die Passanten sich am Döner­imbiss auf dem U-Bahnhof gekauft haben. Wegen des Rattenbefalls würden betroffene Grundstücksinhaber angeschrieben, um Bekämpfungsmaßnahmen zu veranlassen. Man müsse aber auch den „günstigen Vermehrungsbedingungen“ und Verunreinigungen entgegenwirken.