Architektur in Berlin

Turmträume: Spektakuläre Visionen für Berlins Skyline

Ein Pyramide am Wasser, tanzende Türme am Checkpoint Charlie: Diese Gebäude-Entwürfe haben Architekten für Berlin entwickelt.

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, besagt ein viel zitiertes Sprichwort. Wie wichtig ansprechende Darstellungen für die Werbung in eigener Sache sein können, wissen auch Architekten. Diese setzen vor allem dann auf die Kraft des visuellen Reizes, wenn sie ohne Auftraggeber handeln.

Das gilt insbesondere, wenn das Wunschhaus höher gebaut werden soll, als es die traditionelle Berliner Dachkantenhöhe von 22 Metern vorsieht, und an einem Ort entstehen soll, an dem bereits ein Gebäude steht – oder aber gar keines vorgesehen ist.

Gute Erfahrungen mit überzeugender Gebäude-Fantasien hat der Architekt Christoph Langhof gemacht. Dessen Entwurf – und seine Beharrlichkeit über zwei Jahrzehnte – hat letztendlich dafür gesorgt, dass das Hochhaus „Upper West“ am Breitscheidplatz inzwischen kurz vor der Fertigstellung steht.

Jetzt legt Langhof nach und präsentiert eine 65 Meter und 18 Etagen zählende Pyramide, die, so sein Vorschlag, auf der Lohmühleninsel zwischen Kreuzberg und Treptow entstehen soll. Die ungewöhnliche Bauform, so der Architekt, ermögliche die erforderlichen Abstandsflächen. Bislang jedoch besteht das Projekt nur auf dem Papier, hat weder einen Investor, noch gibt es Baurecht auf der Insel.

„Tanzenden Türme“ am Checkpoint Charlie

Noch aufsehenerregender als Langhofs begrünte Glaspyramide sind die „Tanzenden Türme“, die Architekt Stephan Braunfels am Checkpoint Charlie vorschlägt.

Der Berliner Projektentwickler Trockland hat zwar gerade bekannt gegeben, dass er die Brachen beidseits der Friedrichstraße am berühmtesten Ex-Grenzübergang der Welt nun endlich bebauen will, allerdings mit Gebäuden, die sich an der üblichen Berliner Dachhöhe orientieren.

Doch noch stehen die niedrigen Häuser ja nicht und Braunfels kann weiter hoffen, dass seine Vision doch noch Wirklichkeit wird.

Ein 180 Meter hoher Turm an der Hardenbergstraße

Dass in der kleinsten Lücke noch Platz für einen schlanken Turm ist, zeigt der Entwurf des Architekturbüros Kleihues+Kleihues. Der knapp 180 Meter hohe Turm ist direkt neben dem Oberverwaltungsgericht an der Hardenbergstraße platziert, wo heute ein Flachbau mit Parkpalette steht.

In der City West wollte auch Tobias Nöfer hoch hinaus. Doch dieser Traum ist geplatzt: Denn der Turm war genau dort angesiedelt, wo an der Ecke Kant- und Joachimsthaler Straße gerade der Neubau für ein fünfgeschossiges Büro- und Geschäftshaus entsteht. „Unser Vorschlag für ein 118 Meter hohes Gebäude hätte die beiden gleich hohen Hochhäuser am Breitscheidplatz städtebaulich hervorragend ergänzt“, bedauert der Architekt.