Fußball

Zuschauer feiern Union-Legende Torsten Mattuschka

Publikumsliebling Torsten Mattuschka wurde umjubelt. Doch den Turniersieg beim AOK-Traditionsturnier in der Max-Schmeling-Halle sicherte sich Borussia Mönchengladbach durch den Finalsieg über den 1. FC Union.

Torsten Mattuschka wird zum Publikumsliebling gewählt.

Torsten Mattuschka wird zum Publikumsliebling gewählt.

Foto: dpa

Berlin. Torsten Mattuschka genoss den Moment in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle. Ein Großteil der 8000 Zuschauer hatte sich von den Sitzen erhoben, als der ehemalige Kapitän des 1. FC Union bei der Siegerehrung des 9. AOK-Traditionsmasters ausgezeichnet wurde. "Torsten Mattuschka, du bist der beste Mann", schallte es von den Rängen wie einst im Stadion An der Alten Försterei. Mattuschka, dessen Union-Team im Turnier-Finale Borussia Mönchengladbach 1:3 unterlag, war zum besten Spieler gewählt worden.

Mit sechs Treffern heimste er auch den Titel des Torschützenkönigs ein, den er allerdings nicht annahm. "Ich verzichte darauf, weil ich drei irreguläre Tore geschossen habe", erklärte er. Mattuschka hatte beim 5:2-Gruppensieg im stimmungsvollen Derby gegen Hertha BSC drei direkte Freistoßtreffer erzielt - in der Halle sind aber nur indirekte Freistoßtore erlaubt. Der Schiedsrichter hatte das nicht beachtet.

Trotzdem freute sich der 36-Jährige über die Huldigung des Publikums: "Das ist geil, Gänsehaut pur", schwärmte Mattuschka, "meine Auszeichnungen hätte ich aber gerne mit dem Turniersieg getauscht. Im nächsten Jahr probieren wir es wieder", sagte Mattuschka, der beim fünftklassigen Oberligisten VSG Altglienicke kickt.

Seit seinem Abschied vor zweieinhalb Jahren lief er erstmals wieder im Trikot der "Eisernen" auf und verzückte damit die zahlreichen Union-Anhänger. "Natürlich ist das etwas Besonderes für mich", gestand er ein, "jetzt gibt es erstmal ein, zwei Kaltgetränke."

Neben Mattuschkas erstem Auftritt im Union-Traditionsteam sorgte die Teilnahme der Iceland Legends für Stimmung. Zu Beginn führten die mit Wikingerhelm bekleideten Isländer gemeinsam mit dem Publikum den "Huu, Huu"-Schlachtruf auf, der bei der EM 2016 so populär war. Sportlich hatte die Mannschaft um den ehemaligen Herthaner Eyölfur Sverisson allerdings nichts zu melden und schied aus. "Es ist schön, wieder in Berlin zu sein, vielleicht aber haben wir gestern ein bisschen zu viel gefeiert", bemerkte Sverisson augenzwinkernd.

Während sich Union im Halbfinale mit 6:1 gegen Vorjahressieger 1. FC Nürnberg durchsetzte, zog Hertha gegen Mönchengladbach knapp den Kürzeren und unterlag 4:5. Im Spiel um den dritten Platz aber wussten die Altstars des Berliner Bundesligisten ihre Fans nocheinmal zu begeistern. Beim fulminanten 6:1-Sieg über Nürnberg überzeugte insbesondere der dreimalige Torschütze Dariusz Wosz.