Gedenken an Anschlag

Auf dem Brandenburger Tor leuchtet die Flagge Israels

Am Montagabend erstrahlte das Berliner Wahrzeichen in den Farben Israels. Dies wurde schon im vergangenen Jahr gefordert.

Berlin gedenkt der Opfer des Terroranschlags in Jerusalem

Berlin gedenkt der Opfer des Terroranschlags in Jerusalem

Foto: Tilman Tarach

Am Montag ist das Brandenburger Tor in den Farben Israels angestrahlt worden. Dies geschah als Reaktion auf den Terroranschlag in Jerusalem am vergangenen Sonntag.

Erst eine Stunde zuvor kursierte eine entsprechende Nachricht in den sozialen Netzwerken, die zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung aufrief. Ursprünglich sollte es um 18 Uhr losgehen, aus technischen Gründen verzögerte sich die Aktion um eine gute halbe Stunde.

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Trotz der eisigen Temperaturen fanden sich zu Beginn rund 30 Personen am Brandenburger Tor ein, um ihre Solidarität zu bekunden. Vertreter der israelischen Botschaft verteilten kleine Israel-Fähnchen. Ein Sprecher der Botschaft betonte man freue sich zwar sehr, habe selbst aber nichts mit der Veranstaltung zu tun. "Das war eine Graswurzelbewegung", sagte ein Botschaftsmitarbeiter.

Bereits nach dem Anschlag auf das Einkaufszentrum Sarona in Tel Aviv im vergangenen Jahr wurde gefordert, das Brandenburger Tor mit den israelischen Nationalfarben anzustrahlen. Nach dem LKW-Attentat in Jerusalem am Sonntag kam die Forderung erneut auf.

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Auf der Plattform "change.org" hatte der Berliner Sigi K. eine entsprechende Petition aufgesetzt. "Genau wie das Brandenburger Tor nach Terroranschlägen in den Farben Frankreichs, Polens, der Türkei, des Regenbogens und Deutschlands erleuchtete, so ist es an der Zeit, auch die Israelische Fahne am Brandenburger Tor erstrahlen zu lassen", schrieb er dort. Ansonsten entstünde der Eindruck, es gäbe Opfer erster und zweiter Klasse. Rund 4000 Menschen unterzeichneten die Petition innerhalb von 24 Stunden.

Kurz bevor die Meldung von der Anstrahlung des Brandenburger Tors die Runde machte, äußerte sich Sigi K. gegenüber der Morgenpost zu seinem Anliegen. "Ich bin zuversichtlich, dass es klappen könnte", sagte der MIttfünfziger. Der Anschlag in Berlin, der ebenfalls mit einem LKW ausgeführt wurde, habe zu einer neuen Sensibilisierung geführt.

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu zeigte sich hocherfreut über die Solidaritätsbekundung. „Die israelische Flagge auf dem Brandenburger Tor in Berlin. Danke Deutschland, dass ihr uns in unserem gemeinsamen Kampf gegen Terrorismus zur Seite steht", schrieb er am Montagabend auf Twitter.

Auch der Grünen-Politiker Volker Beck hatte sich im Vorfeld für die Gedenkaktion am Wahrzeichen Berlins eingesetzt. "Ich habe in einem Schreiben an den Regierenden Bürgermeister von Berlin diesen um Illuminierung des Brandenburger Tors mit den israelischen Farben gebeten", sagte er der Morgenpost am Montagnachmittag. "Dieser Terror meint uns alle."