Verkehrsbericht

In Mitte kracht es am häufigsten

Fußgänger, Radfahrer und Biker machen drei Viertel der Verkehrstoten udn Schwerverletzten aus. Das zeigt der neue Verkehrsbericht.

Ein Unfall auf der Grunerstraße in Mitte

Ein Unfall auf der Grunerstraße in Mitte

Foto: Thomas Peise

Bei Unfällen auf Berlins Straßen machen Fußgänger, Rad- und Motorradfahrer zusammen rund drei Viertel der Todesopfer und Schwerverletzten aus. Zweiradfahrer, ob motorisiert oder nicht, werden zudem im Vergleich zu ihrem Anteil an den täglichen Wegen im Straßenverkehr überproportional häufig schwer verletzt. Das geht aus dem Verkehrssicherheitsbericht 2016 hervor, den die Senatsverkehrsverwaltung am Mittwoch vorgelegt hat.

Der Report wurde zum zehnten Mal von der Verwaltung erstellt. Er gilt als wesentlicher Baustein, um das Programm des Senats zur Verkehrssicherheit zu kontrollieren und nachzusteuern. Weitere Ergebnisse des Berichts:

  • Rund 137.000 Verkehrsunfälle registrierte die Polizei im Jahr 2015. Das bedeutet erneut einen Zuwachs gegenüber den Vorjahren. Bezogen auf das Basisjahr 2011, nach dem die Wirksamkeit des Verkehrssicherheitsprogramms bewertet werden soll, war bis Ende 2015 ein Anstieg bei Getöteten und Schwerverletzten um 10,2 Prozent zu verzeichnen. Damit ist der Senat von seinem Ziel, diese Zahl um 30 Prozent zu reduzieren, weit entfernt.

  • 48 Menschen erlitten im vergangenen Jahr tödliche Verletzungen im Straßenverkehr. Seit 2010 pendelt der Jahreswert innerhalb eines Spektrums von 40 bis 50 Todesopfern pro Jahr. Ein Tiefstand wurde 2013 mit 37 Getöteten erreicht.

  • Männer verunglücken, unabhängig von Alter und Art der Verkehrsteilnahme, unverändert rund 1,6-mal häufiger als Frauen und werden fast doppelt so häufig schwer verletzt.

  • Bei den Altersgruppen sind junge Erwachsene (18–25 Jahre) und Erwachsene mittleren Alters (35–65) überproportional häufig Hauptverursacher für Unfälle mit Personenschaden.

  • Junge Erwachsene stellen insgesamt die wichtigste Risikogruppe dar. Dies gilt auch für den Fahrradverkehr. Eine weitere Hauptrisikogruppe im Radverkehr sind mittlerweile die Erwachsenen mittleren Alters.

  • Besonders gefährlich leben Fußgänger, Rad- und Motorradfahrer in den Altbezirken Mitte und Tiergarten. In Mitte ist das Unfallrisiko für Fußgänger und Motorradfahrer mehr als doppelt so hoch wie im Berliner Durchschnitt, für Radfahrer mehr als viermal so hoch.

  • Fahren mit Bus und Bahn ist die sicherste Form, am Berliner Verkehr teilzunehmen.