Einsatzkonzept

1500 Feuerwehrleute zu Silvester in Berlin im Einsatz

1500 Feuerwehrleute und 390 Fahrzeuge sind Silvester im Einsatz. Die Feuerwehr sieht keine "konkrete Bedrohung zum Jahreswechsel".

Silvester-Feuerwerk am Brandenburger Tor

Silvester-Feuerwerk am Brandenburger Tor

Foto: Robert Schlesinger / dpa

Die Berliner Feuerwehr hat ihre Einsatzkräfte für die Silvesternacht im Vergleich zu den Vorjahren nicht aufgestockt. Wie in den vergangenen Jahren gebe es keine konkrete Bedrohung zum Jahreswechsel, sagte Landesbranddirektor Wilfried Gräfling am Mittwoch.

Die Feuerwehren und Helfer seien mit rund 1500 Menschen und rund 390 Fahrzeugen im Einsatz. Das entspreche dem Aufgebot der Vorjahre, in denen wegen der „abstrakten Gefahrenlage“ bereits mehr Personal gearbeitet habe. „Wir haben eine Verstärkung geprüft, aber wir können nicht mehr auf die Straße bringen“, ergänzte Gräfling. „Wir sind gut aufgestellt.“ Im Notfall stünden zusätzliche Einheiten zum Dienst bereit.

2400 Polizisten und Betonpoller auf Silvesterparty am Brandenburger Tor

Die große Berliner Silvesterparty am Brandenburger Tor wird nach dem Terroranschlag am 19. Dezember unter stark erhöhten Sicherheitsvorkehrungen starten. Innensenator Andreas Geisel (SPD) sprach in einer Sitzung des Innenausschusses von einem „deutlich erhöhten Sicherheitsniveau“. „Wir werden die Anzahl der Beamten noch einmal deutlich steigern“, sagte er. Das Sicherheitskonzept sehe den Einsatz von 2400 Polizisten vor. Außerdem sollen die Zufahrten zu dem Festgelände mit Betonpollern gesichert werden.

„Die Standorte der Betonklötze und Rampen sind mit der Feuerwehr abgesprochen. Sie behindern uns nicht“, sagte Gräfling. Zur großen Silvesterparty sei die Feuerwehr mit zwei temporären Wachen und sechs Unfallhilfestellen vor Ort. Diese Lösung habe sich in den vergangenen Jahren bewährt, ergänzte er. Feuerwehrleute seien in der Menschenmenge auch zu Fuß unterwegs.

Bei der Meldung eines Unfalls sei es eine große Hilfe, Einsatzkräften die Nummer der nächstgelegenen Laterne auf der Feier-Meile zu nennen. Die Partymeile ist eingezäunt und bewacht, es gibt Einlasskontrollen. Aus Sicherheitsgründen ist es verboten, eigenes Feuerwerk mitzubringen.

100 Löschzüge und 150 Rettungswagen

Insgesamt stehen in der Silvesternacht rund 800 Berufsfeuerwehrleute bereit, dazu kommen 500 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr und rund 200 Mitarbeiter von Organisationen wie dem Technischen Hilfswerk und dem Roten Kreuz. Unter den rund 390 Fahrzeugen sind rund 100 Löschzüge und 150 Rettungswagen.

Die Feuerwehr warnte noch einmal davor, illegale Böller zu zünden. Die Menge an Sprengkraft und Zündschnüre gelten als unberechenbar. Gräfling mahnte auch eindringlich, mit Pyrotechnik nicht auf Menschen, Tiere oder Gebäude zu zielen. „Wir haben schon erlebt, dass Feuerwerk in Kinderwagen und auf Tiere geworfen wurde“, sagte er. Auch Einsatzfahrzeuge seien bereits beschossen worden. „Silvester ist immer eine große Herausforderung.“ Im vergangenen Jahr habe es 1547 Feuerwehreinsätze gegeben - darunter mehr als 1000 Rettungsfahrten und rund 430 Brände.

Das Berliner Unfallkrankenhaus behandelt zum Jahreswechsel jedes Jahr im Schnitt 70 Patienten, die Verletzungen durch Feuerwerkskörper erlitten. Darunter seien meist bis zu zehn Fälle mit schwersten Amputationsverletzungen oder Brandwunden, sagte Sprecherin Angela Kijewski. Die Klinik ist unter anderem auf Brandverletzte und Handchirurgie

Die Silvesterfeier 2015

Böller und Raketen ab Donnerstag im Handel

Feuerwerksartikel werden vom 29. bis 31. Dezember verkauft. Experten der Berliner Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) haben erneut appelliert, ausschließlich in Deutschland zugelassene Ware zu kaufen. Bei illegalem Feuerwerk aus dem Ausland sei oft unklar, wie die Mischung gefährlicher Substanzen beim Zünden reagiere.

An der Grenze zu Polen rechnen brandenburgische Zöllner für 2016 mit einem Rekord beim Fund illegaler Pyrotechnik. Ende November stoppten sie bei Forst einen Lastwagen, der fünf Tonnen davon geladen hatte. Das Fahrzeug war nicht für Sprengstoff-Transporte gesichert.

Bei der großen Silvesterfeier am Brandenburger Tor und auf der Straße des 17. Juni sind Böller und Raketen streng verboten. Wachleute kontrollieren Taschen.

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