Anschlag in Berlin

Bilder vom vermeintlichten Verdächtigen: Mann meldet sich

Wie kam der Terrorverdächtige Anis Amri nach Italien? Viele Fakten gelten als gesichert, doch einiges bleibt weiter unklar.

Der Hauseingang zu den Räumen des Moschee-Vereins „Fussilet 33“ in der Perleberger Straße in Berlin-Moabit

Der Hauseingang zu den Räumen des Moschee-Vereins „Fussilet 33“ in der Perleberger Straße in Berlin-Moabit

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Ein Mann, der in Videoaufzeichnungen einer Überwachungskamera vor einer Moschee in der Perleberger Straße in Moabit zu sehen war, hat sich bei der Berliner Polizei gemeldet. Das teilte die Behörde an Heiligabend mit.

Der RBB hatte in einem Fernsehbeitrag vom Donnerstagabend zunächst berichtet, bei dem Mann handele es sich um den mutmaßlichen Berlin-Attentäter Anis Amri. Dies war am Freitag im Innenausschuss vom Berliner Landeskriminalamt (LKA) entschieden dementiert worden.

Die Polizei stellt in der Mitteilung von Sonnabend klar, dass die Bilder ohne Freigabe der Polizei den Medien zugespielt wurden. "Es steht eindeutig fest, dass der Mann auf den Bildern nicht Amri ist", teilte die Polizei weiter mit.

RRB-Sprecher Justus Demmer sagte dazu, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Bilder habe es weder für den RBB noch für „die aus unserer Sicht hoch vertrauenswürdige“ Quelle, die dem Sender das Material übermittelt habe, begründete Zweifel daran gegeben, dass auf den Bildern Amri zu sehen sei.

„Der RBB geht nach seinen Recherchen weiter davon aus, dass die Sicherheitsbehörden zu diesem Zeitpunkt der gleichen Überzeugung waren. Dass sich diese Einschätzung nun als falsch herausstellt und korrigiert werden muss, bedauern wir“, so Demmer. „Wir sehen dies als Fortschritt in den Ermittlungen der Polizei und passen unsere Berichterstattung entsprechend an.“ Bei gleicher Quellenlage würde der Sender wieder genau so verfahren.

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