Nach dem Anschlag

Verstärkter Schutz für Gottesdienste und Silvesterfeiern

Nach dem Anschlag am Breitscheidplatz verstärkt die Polizei ihre Sicherheitsmaßnahmen. Es sollen deutlich mehr Beamte im Dienst sein.

Am Pariser Platz sollen Betonsperren die Besucher schützen

Am Pariser Platz sollen Betonsperren die Besucher schützen

Foto: Maurizio Gambarini / picture alliance / Maurizio Gamb/picture alliance

Seit dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz ist die Polizeipräsenz in Berlin bereits massiv hochgefahren worden. Auch während der Weihnachtstage und für die Silvesterfeierlichkeiten werden die bisherigen Sicherheitsmaßnahmen nochmals überarbeitet und verstärkt. Jeden Tag sind 1200 Dienstkräfte in Berlin im Einsatz, seit Montag insgesamt 5287, teilte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Freitag in der Sondersitzung des Innenausschusses mit. Für die Silvesterfeier am Brandenburger Tor seien 2400 Beamte geplant gewesen, „die Anzahl werden wir noch einmal deutlich nach oben fahren“, sagte Geisel. Unter anderem werden die Eingänge demnach zusätzlich mit Pollern gesichert, um eine Wiederholung des Tathergangs unmöglich zu machen.

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„Es besteht weiter eine hohe ab­strakte Gefährdungslage, unser besonderes Augenmerk liegt auf Weihnachtsmärkten. Eine konkrete Bedrohung ist uns aber nicht bekannt“, sagte der Innensenator vor den Ausschussmitgliedern weiter.

Für die Silvestermeile seien erhöhte Sicherheitsanforderungen und weitere Anpassungen der Maßnahmen notwendig, sagte auch Polizeisprecher Thomas Neuendorf. Wegen noch stärkerer Kon­trollen beim Einlass sei mit längeren Schlangen wartender Menschen zu rechnen, die entsprechend geschützt werden müssten. „Gleichzeitig muss aber berücksichtigt werden, dass ein schneller Zugang für Rettungskräfte erhalten bleibt“, sagte der Sprecher weiter. Die Überlegungen für Einzelmaßnahmen laufen nach seinen Worten auf Hochtouren und sind noch nicht abgeschlossen. Das Gelände ist ohnehin auch durch einen Zaun geschützt.

Streifengänge statt Weihnachten mit Familie

Auch über verstärkte Schutzmaßnahmen bei den Weihnachtsgottesdiensten werde beraten. Es gebe diverse Überlegungen, wie die Kirchgänger geschützt werden könnten. Konkrete Maßnahmen, die teilweise auch verdeckt ablaufen, nennt die Berliner Polizei im Vorfeld jedoch nicht. Der Berliner Dom hat seine Sicherheitsvorkehrungen nochmals deutlich erhöht. Zu Heiligabend werde die Straße Am Lustgarten vor Berlins größtem Gotteshaus für den Autoverkehr vollständig gesperrt, teilte die Domverwaltung mit.

„In den kommenden Tagen werden erheblich mehr Beamte im Dienst sein, als ursprünglich geplant war. Viele Kolleginnen und Kollegen müssen leider auf Weihnachten im Kreis ihrer Familien verzichten“, teilte Polizeisprecher Neuendorf mit. Auch die für Bahnhöfe und Flughäfen zuständige Bundespolizei wird die Planungen für die kommenden Tage auf die veränderte Lage einstellen.