Katzen-Schicksal

So geht es dem Berliner „Keinohrkater“ Derrick heute

Das besondere Schicksal des Tieres rührte die Berliner. Vor gut einem halben Jahr hat er ein neues Zuhause gefunden.

ARCHIV - Der ohrlose Kater Derrick kaut am 02.05.2016 im Tierheim in Berlin an einer Grünpflanze. Kater Derrick lebt inzwischen nicht mehr im Tierheim. ACHTUNG: Dieses Bild hat dpa auch im Bildfunk gesendet.· Foto: Soeren Stache/dpa +++(c) dpa - Nachrichten für Kinder+++

ARCHIV - Der ohrlose Kater Derrick kaut am 02.05.2016 im Tierheim in Berlin an einer Grünpflanze. Kater Derrick lebt inzwischen nicht mehr im Tierheim. ACHTUNG: Dieses Bild hat dpa auch im Bildfunk gesendet.· Foto: Soeren Stache/dpa +++(c) dpa - Nachrichten für Kinder+++

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin.  Berlins berühmter „Keinohrkater“ Derrick galt lange als schwer vermittelbar. Vor gut einem halben Jahr hat er bei einem jungen Pärchen in Pankow ein neues Zuhause gefunden – und sich bestens eingelebt. „Er hat zwar seine Eigenheiten, aber es geht ihm richtig gut“, sagte der 25-Jährige. Der Student, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, und seine Partnerin schließen selbst einen tierischen Gesellen für den Kater nicht aus. Im Berliner Tierheim, wo Derrick zuletzt zweieinhalb Jahre lebte, galt er eher als Einzelgänger.

Der etwa zehn Jahre alte Kater hat ein besonderes Schicksal. Vor etwa drei Jahren entdeckten Ärzte blumenkohlartige Wucherungen in seinen Ohren. Wegen der Schmerzen und der Gefahr, dass auch Augen und Nase zuwuchern, mussten sie seine Gehörgänge entfernen und die Ohren amputieren. Derrick ist nun fast taub und reagiert nur auf Erschütterungen.

Die Kommunikation mit anderen Katzen fällt ihm schwer, da die Tiere sich untereinander auch mit den Ohren verständigen. „Die Katzen im Hof werden zum Teil aggressiv, wenn sie ihn sehen, weil sie glauben, er habe seine Ohren angelegt – ein Zeichen für Aggression“, so der Besitzer. Allerdings sei er einer Besucher-Katze gegenüber sehr aufgeschlossen gewesen und möglicherweise wolle man es daher auch mit einem weiteren Tier probieren.

Derrick miaue nachts sehr viel und tobe gern. Er ähnele in dieser Hinsicht eher einem kleinen Katzenkind, so der Katzenpapa. Daran hätten er und seine Freundin sich aber gewöhnt – wie auch an den täglichen Auslauf auf dem Hof, der Derrick sehr wichtig sei. „Wenn es losgeht, rast er die Treppen runter, flitzt draußen herum und erkundet alles.“ Ansonsten kuschele Derrick gern und schlafe viel, gern im Bett der Besitzer. Und schließlich sei er ein echter Genießer: „Er frisst gern Gourmet-Katzenfutter und stiehlt auch mal Schokolade.“

Ein vorheriger Vermittlungsversuch des Tieres war gescheitert, weil die andere Katze im Haus mit Derrick nicht zurechtkam. „Wir sind froh, dass wir gerade eine Katze, die vermeintlich nicht so perfekt ist, erfolgreich vermittelt haben“, sagt Tierheim-Sprecherin Beate Kaminski.