Breitscheidplatz

Nach „Bachmann“-Tweet: Berliner Polizei dementiert

Pegida-Gründer Lutz Bachmann hatte schon am Montag getwittert, dass nach einem Tunesier gefahndet werde. Offenbar ein Zufallstreffer.

Kerzen und Blumen erinnern am Breitscheidplatz an die Opfer

Kerzen und Blumen erinnern am Breitscheidplatz an die Opfer

Foto: Getty Images / AFP/Getty Images

Die Berliner Polizei hat definitiv ausgeschlossen, „dass am 19.12. Informationen über eine tunesische Staatsangehörigkeit“ des Tatverdächtigen für den Berliner Anschlag vorlagen. Damit reagierte die Polizei auf Twitter auf Medienberichte über Tweets eines „Lutz Bachmann“. Unter diesem Account wurde am Anschlagsabend geschrieben: „Interne Info aus Berliner Polizeiführung: Täter tunesischer Moslem. Das (sic!) der Generalbundesanwalt übernimmt, spricht für die Echtheit.“

Ob der Twitter-Account Pegida-Gründer Lutz Bachmann gehört, lässt sich nicht zweifelsfrei feststellen. Nur Twitter-Konten mit einem blauen Haken gelten als verifiziert.

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Der Berliner Polizeisprecher Winfrid Wenzel sagte am Donnerstag: „Wir können mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass es am Montag keinen Anhaltspunkt für den tunesischen Verdächtigen gab.“ Die Geldbörse, die auf die Spur des tunesischen Terrorverdächtigen Anis Amri geführt habe, sei erst am Tag nach dem Anschlag entdeckt worden. Denn: Die Fahrerkabine des Lastwagens, wo Ermittler die Hinweise auf Amri entdeckt hatten, sei erst nach der Bergung am Dienstag untersucht worden.

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Am Donnerstagmittag hieß es unter dem Bachmann-Account, von dem der Wirbel ausgelöst wurde: „Liebe Presse, ich gebe es zu, ich hatte natürlich nur meine Glaskugel und keinen Informanten! Und jetzt bitte Ruhe geben, ok?“

Pegida-Chef Bachmann rühmt sich häufig seiner guten Verbindungen zu den Ordnungshütern. Für Aufsehen sorgte bei den Einheitsfeiern in Dresden ein Polizist, der die Auflagen für die Pegida-Demonstration über Lautsprecher „gerne“ verlas und anschließend noch einen „erfolgreichen Tag“ wünschte.

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