Breitscheidplatz

Sicherheit in Berlin: Was sich nach dem Anschlag ändert

Der Anschlag am Breitscheidplatz schockt Berlin. Weihnachtsmärkte, Silvester, Hertha-Spiel - das sind die Maßnahmen, die nun greifen.

Bewaffnete Polizisten auf dem Weihnachtsmarkt

Bewaffnete Polizisten auf dem Weihnachtsmarkt

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Mindestens zwölf Tote, 49 zum Teil schwer Verletzte - der Anschlag am Montagabend in der City West trifft Berlin ins Herz. Während die Ermittler mit Hochdruck an der Aufklärung des Anschlags arbeiten, haben die Behörden eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, um für mehr Sicherheit in der Stadt zu sorgen. Hier ein Überblick darüber, was konkret geplant ist oder bereits umgesetzt wird.

Liveticker zum Anschlag am Breitscheidplatz

Weihnachtsmärkte:

Nach dem Anschlag hatte Innensenator Andreas Geisel (SPD) die Betreiber der Berliner Weihnachtsmärkte gebeten, am Dienstag aus Pietätsgründen nicht zu öffnen. Geisel betonte aber, dass Sicherheitsaspekte nicht berührt seien. Am Dienstagvormittag öffnete der Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt - jedoch nur für knapp eine Stunde. Gegen zwölf Uhr beschloss der Betreiber, der rechtlich nicht bindenden Empfehlung zu folgen und zu schließen. In Prenzlauer Berg wollte der Lucia-Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei um 15 Uhr trotzdem öffnen. Fast alle anderen Märkte blieben am Dienstag zu. Der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz soll auch am Mittwoch geschlossen bleiben. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. Die anderen Weihnachtsmärkte, beispielsweise am Schloss Charlottenburg, wollen am Mittwoch den Betrieb wieder aufnehmen. Polizeipräsident Klaus Kandt kündigte in einer Pressekonferenz am Dienstag mehr Polizeipräsenz auf den Weihnachtsmärkten an. An den Eingängen würden Polizisten mit Maschinenpistolen und Schutzwesten postiert. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) kündigte zudem an, sämtliche Märkte würden mit Steinbarrieren gesichert.

Die Chronik des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt

Silvestermeile am Brandenburger Tor:

Nach bisherigen Stand soll die traditionelle Silvesterparty am Brandenburger Tor wie geplant stattfinden. Der Berliner Tourismus-Chef Burkhard Kieker betonte, dass Besucher in Berlin beim Besuch von Großveranstaltungen keine Angst haben müssten. Besonders die Silvesterfeier am Brandenburger Tor ist demnach mit einem 13 Kilometer langen Doppelzaun und Taschenkontrollen gut geschützt. Sie werde „einer der sichersten Orte der Republik“, sagte Kieker.

Hertha-Spiel im Olympiastadion:

Mittwochabend um 20 Uhr spielt Hertha im Olympiastadion gegen Darmstadt 98. Hertha BSC wird in Absprache mit der Polizei die Sicherheitsmaßnahmen weiter verstärken. Thomas E. Herrich, Mitglied der Hertha-Geschäftsleitung und für die Durchführung der Heimspiele zuständig sagte: „Wir bitten alle Besucher mehr Zeit als sonst für ausführliche Kontrollen einzuplanen.“ Außerdem bat er darum, möglichst ohne Rücksäcke und Taschen ins Stadion zu kommen. Vor der Partie wird es eine Gedenkminute für die Opfer geben. Beide Mannschaften laufen mit Trauerflor auf.

Flughäfen und Bahnhöfe:

Die Bundespolizei zeigt nach dem Anschlag in Berlin mehr Präsenz. Die Zahl der Einsatzkräfte an Bahnhöfen sowie an den beiden Flughäfen Tegel und Schönefeld sei verstärkt worden, sagte ein Sprecher am Dienstag in Berlin. Zudem wurde die Fahndung in einem 30 Kilometer breiten Streifen an der Grenze zu Polen intensiviert. Die Beamten seien teils mit Maschinenpistolen und Schutzwesten ausgerüstet und zeigten diese auch offen.

Polizeipräsident Klaus Kandt rief die Berlinerinnen und Berliner zu erhöhter Wachsamkeit auf. es könne nicht ausgeschlossen werden, dass noch ein Täter unterwegs sei. „Wir sollten jetzt nicht glauben, dass das, was wir jetzt machen, jeden Anschlag ausschließt. Das ist ein Trugschluss", sagte Kandt.