Anschlag mit LKW

Polnischer Speditionsbesitzer bestätigt Tod seines Fahrers

Der nach dem Attentat tot in der Fahrerkabine des Lkw gefundene Mann ist der Cousin des Speditionsbesitzers.

Speditionsbesitzer Ariel Zurawski

Speditionsbesitzer Ariel Zurawski

Foto: Marcin Bielecki / dpa

Der Besitzer der polnischen Spedition, mit dessen Lkw der tödliche Anschlag auf Besucher eines Berliner Weihnachtsmarktes verübt wurde, hat den Tod seines Mitarbeiters bestätigt. Es handelt sich bei dem Toten um seinen Cousin. Diesen habe er auf einem Polizeifoto identifiziert, sagte Ariel Zurawski im polnischen Fernsehen. „Das Foto ist sehr drastisch.“ Er habe es zunächst nicht sehen wollen.

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Der Frau des Lkw-Fahrers, die am Montag als letzte gegen 15.00 Uhr mit ihrem Mann telefonisch gesprochen haben soll, wurde es demnach nicht gezeigt. In den Stunden vor der Tat war der Pole nicht mehr zu erreichen. „Er war ein guter Fahrer, einer der letzten guten auf dem Markt“, sagte Zurawski. Der Verstorbene hinterlässt seine Frau und ein 17-jähriges Kind.

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Lkw-Fahrer wies Kampfspuren auf

Nach Angaben des polnischen Speditionsbesitzers hat sich sein Fahrer wahrscheinlich gegen den mutmaßlichen Angreifer gewehrt. „Es war mit Sicherheit zu sehen, dass er gekämpft hatte“, beschrieb Ariel Zurawski vor Journalisten das Bild, auf dem er seinen Cousin zuvor identifiziert hatte. Auf dem Polizeifoto war demnach nur das Gesicht des Opfers zu sehen. Dieses war blutig und geschwollen, wie Zurawski sagte. „Es waren Stichwunden zu sehen“, sagte er.

Das Opfer wurde nach bisherigem Ermittlungsstand allerdings mit einer kleinkalibrigen Waffe erschossen. Die Waffe wurde bislang nicht gefunden. Im Führerhaus des Lastwagens sei zudem blutverschmierte Kleidung gefunden worden. Bei dem später in einiger Entfernung vom Tatort festgenommenen Tatverdächtigen sei dagegen keine mit Blut befleckte Kleidung gefunden worden. Der Mann gilt inzwischen nicht mehr als tatverdächtig. Er wurde am Dienstagabend wieder freigelassen. Damit ist der eigentliche Täter noch flüchtig.

Anschlag mit LKW: Was wir bisher wissen

GPS-Daten hätten gezeigt, dass jemand gegen 15.45 Uhr den LKW bewegt habe. „Es sah aus, als wenn jemand geübt hätte, den Wagen zu fahren“, sagte Zurawski. Der Lkw sollte in Berlin Stahlkonstruktionen abliefern und hatte seit Montagmittag in der Stadt geparkt. Gegen 20.00 Uhr ist er in den Weihnachtsmarkt gerast. Zwölf Menschen starben, 49 wurden verletzt.

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