Schädlinge

Ratten legen Dienstraum der Polizei lahm

Nagerbefall in den Räumen der Fahndungsstelle am Platz der Luftbrücke in Tempelhof. Mitarbeiter müssen in provisorische Räume ausweichen.

Foto: Getty Images

Es ist kein Geheimnis, dass in Berlin Millionen von Ratten hausen. Die Schätzungen liegen zwischen zwei und sechs Millionen Nager. Vor etwas mehr als einer Woche wurden Ratten auch im Polizeigebäude am Platz der Luftbrücke entdeckt. Seit vergangenem Sonnabend ist der Arbeitsraum der Auskunfts- und Fahndungsstelle (AusFaSt) verschlossen. Ratten haben den Betrieb dort lahm- gelegt. Auf einem Zettel an der Tür ist zu lesen: „Rattenbefall. Nicht betreten!"

„Am 12. Dezember wurde die erste Ratte in dem Raum gesehen“, sagte ein Beamter. „Zwei Tage später huschten schon zwei Ratten über den Fußboden.“ Sie seien hinter der Verkleidung der beiden Funktische verschwunden. Auch am Weihnachtsgebäck in der Teeküche hinterließen die Tiere ihre Spuren. Die AusFaSt ist Teil der Einsatzleitzentrale (ELZ). Dort arbeiten pro Schicht acht bis neun Mitarbeiter. Gearbeitet wird in vier Schichten rund um die Uhr. Die AusFaSt ist unter anderem Kontaktstele für die Funkwagen und zuständig für Personenabfragen.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost wurde nach dem Auftauchen der Tiere sofort ein Schädlingsbekämpfer bestellt, der am vergangenen Mittwoch Rattenfallen aufgestellt hatte. In einer von ihnen soll auch eine junge Ratte den Tod gefunden haben. Bei der Kontrolle des Raumes wurde hinter den Verkleidungen der beiden Funktische zudem Rattenkot gefunden, hieß es. Um das Problem zu beheben, sollten die Mitarbeiter mit Laptops in einem anderen Raum untergebracht werden. Dabei spielte die Software allerdings nicht mit. Die Mitarbeiter der Polizei mussten dann bis zum vergangenen Sonnabend notgedrungen weiter mit den Nagetieren in einem Raum arbeiten. Erst dann erfolgte der provisorische Umzug in einen anderen Raum. Die AusFaSt befindet sich im Erdgeschoss mit Fenstern bis zum Boden. „Wir sehen die Ratten über den Hof flitzen“, berichtete ein Beamter. „Es wurde aber nichts unternommen.“ Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis die Tiere in den Räumen Unterschlupf suchen.

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Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei, ist empört: „Es ist allgemein bekannt, dass unsere Kollegen in echten Dreckslöchern arbeiten müssen. Wenn sich Ratten jetzt auch noch quer durch unser Kommunikationszentrum nagen, ist das an Peinlichkeit nicht zu überbieten und gesundheitsgefährdend.“

Nach Angaben der Polizei hat ein Schädlingsbekämpfer am Montag die Räume der AusFaSt erneut in Augenschein genommen. Ratten beziehungsweise Rattenkot seien nicht festgestellt worden, hieß es. „Es wurde Kontakt zum Gesundheitsamt aufgenommen“, sagte ein Sprecher. „Nach einer Grundreinigung können die Mitarbeiter wieder in die Räume zurückziehen.“

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