Hermannstraße

U-Bahn-Treter von Neukölln verhaftet: So geht es nun weiter

Der mutmaßliche U-Bahn-Treter von Neukölln ist am Sonnabend verhaftet worden. Nun ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft weiter.

Der mutmaßliche Täter soll am 27. Oktober eine 26 Jahre alte Frau auf der Treppe des U-Bahnhofs Hermannstraße unvermittelt in den Rücken getreten haben

Der mutmaßliche Täter soll am 27. Oktober eine 26 Jahre alte Frau auf der Treppe des U-Bahnhofs Hermannstraße unvermittelt in den Rücken getreten haben

Zwei Tage nach der Festnahme des mutmaßlichen U-Bahn-Treters von Neukölln ermitteln Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft weiter zu Einzelheiten des Falls. Dabei geht es auch um die Frage, ob der Vorwurf gegen den verhafteten Verdächtigen weiterhin gefährliche Körperverletzung lautet oder möglicherweise versuchter Totschlag. Dazu wolle man erst weitere Ermittlungsergebnisse abwarten, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Fels, am Montag im RBB-Inforadio.

Der am Sonnabend festgenommene 27-jährige Bulgare habe bei den Vernehmungen zwar Angaben gemacht, sagte Fels. „Zu näheren Einzelheiten möchte ich zur Zeit nichts sagen.“ Ähnlich antwortete er auf die Fragen, ob gegen die auf dem Video zu sehenden drei Begleiter des Mannes weiter ermittelt werde.

Der mutmaßliche Täter soll am 27. Oktober eine 26 Jahre alte Frau auf der Treppe des U-Bahnhofs Hermannstraße unvermittelt in den Rücken getreten haben. Das ahnungslose Opfer stürzte und brach sich den Arm.

Erst nach Veröffentlichung eines Videos aus einer Überwachungskamera vor etwa eineinhalb Wochen wurde zunächst ein Begleiter ermittelt. Die Polizei stellte dann die Identität des mutmaßlichen Täters fest, schnell wurde auch ein Haftbefehl erlassen. Am Sonnabend wurde der Mann auf dem Zentralen Busbahnhof in Charlottenburg festgenommen, als er mit einem Bus zurück aus Frankreich kam, wo er sich offenbar kurz versteckte. Seit Sonntag sitzt er in Untersuchungshaft.

Polizei nimmt mutmaßlichen U-Bahn-Treter fest

Abruf der Belohnung von Leibwächter Michael Kuhr unklar

Unklar war am Montag auch, ob die vom Betreiber einer Berliner Leibwächter-Firma ausgesetzte Belohnung ausgezahlt wird. Bisher habe sich noch niemand bei ihm gemeldet, um die 2000 Euro zu erhalten, sagte Michael Kuhr.

Zu dem Fall sei in der vergangenen Woche ein wichtiger Hinweis bei ihm eingegangen, den habe er an die Polizei weitergeleitet. Ob dieser Hinweis oder ein anderer zu dem Begleiter geführt habe, wisse er aber nicht. Letztlich brauche er die Bestätigung der Polizei oder der Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft hatte erklärt, vom Staat würden Belohnungen nur bei sogenannten Kapitalverbrechen wie Mord oder anderen schweren Vergehen ausgesetzt.

Berliner CDU gratuliert der Polizei

Der Berliner CDU-Fraktionsvorsitzende Florian Graf erklärte am Montagvormittag zur Verhaftung des Verdächtigen: "Ein großer Erfolg dank der vorhandenen Technik, aufmerksamer Passanten, derjenigen Menschen, die die Gewalttäter erkannt und damit deren Ergreifung erst möglich gemacht haben. Unser besonderer Dank gilt aber auch der Polizei, die durch das Verhör eines Tatbeteiligten und aufgrund der Informationen aus der Bevölkerung eine schnelle Verhaftung des Haupttäters erzielen konnte. Wir wünschen auf diesem Wege dem Opfer eine schnelle und vollständige Genesung. Die Bilder des Verbrechens haben uns alle erschauern lassen. Die Strafen müssen es auch – und zwar die Täter!“

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