Weihnachtsgeschenke kaufen

Das beste Wochenende: Berliner Kaufhäuser waren gut besucht

Berliner und Touristen shoppen am vierten Advent. Händler versprechen sich von diesem verkaufsoffenen Sonntag gute Umsätze.

Weihnachtlich geschmückt ist am 18.12.2016 in Berlin die Mall of Berlin. Die Geschäfte waren am 4. Advent geöffent.

Weihnachtlich geschmückt ist am 18.12.2016 in Berlin die Mall of Berlin. Die Geschäfte waren am 4. Advent geöffent.

Foto: Maurizio Gambarini

Der vierte Advent ist der Hoffnungsträger für die Manager der Berliner Einkaufszentren. An diesem Tag erwarten sie den höchsten Umsatz in der Vorweihnachtszeit. Tausende Kunden schlendern an den Regalen und Auslagen entlang, auf der Suche nach Geschenken knapp eine Woche vor Heiligabend. Das Wetter hat es im Sinne des Umsatzes gut gemeint. Bei Nieselregen und grauem Himmel haben am Sonntag viele Berliner und Touristen Zuflucht in den hell erleuchteten und warmen Räumen nicht nur von KaDeWe , Karstadt, Galeria Kaufhof und Saturn gesucht.

Ein Gesellschaftsspiel hat Melanie Walser aus Tiergarten gekauft. „Für meine kleine Schwester, die wir heute zum letzten Mal vor Weihnachten sehen“, sagt die junge Frau, die mit einer Einkaufstüte in der einen und dem sechsjährigen Mateo an der anderen Hand Karstadt am Tauentzien verlässt. Außerdem habe sie noch einen Stollen gekauft. Eine Stunde sind Mutter und Sohn im Warenhaus gewesen. „Jetzt ist das Einkaufen bis Weihnachten erledigt“, sagt die junge Frau.

Würstchen aus dem KaDeWe für das Münsterland

Unterwegs in der City West sind auch zwei Norddeutsche. „Grundsätzlich sind wir gegen das Einkaufen am Sonntag“, sagt Norbert Gaab aus Niedersachsen. „Wir sind heute zu Besuch in Berlin und haben es eher zufällig mitgenommen.“ Er habe sich ein halbes Brot gekauft und dabei von der Verkäuferin erfahren, dass sie den Dienst am Sonntag entspannter finde als die Arbeit während der Woche. Seine Begleiterin, Iris Jankowski aus Hamburg, berichtet, sie sei bei Karstadt gewesen, weil sie „unbedingt eine Weihnachtskarte mit Berliner Motiv“ haben wollte. Weihnachtskugeln habe sie im Hertha-Shop erworben. Auch sie lehne jedoch das Sonntagsshopping ab und versuche, es zu vermeiden. „Die Öffnungszeiten von Montag bis Sonnabend sollten eigentlich den meisten Menschen reichen“, sagt sie. „Man kann bis 20 Uhr, in Supermärkten sogar noch länger, einkaufen. Aber sonntags gehen auch viele Familien gern shoppen. Ich weiß nicht, warum sie sonnabends keine Zeit dafür haben.“ Sonntags, so Iris Jankowski, könne man auch etwas anderes unternehmen.

Besucherströme ziehen sich an diesem vierten Advent durch das KaDeWe, das bis 20 Uhr geöffnet hat. Für Parfüms und Handtaschen, Herrenhemden und Spielzeug interessieren sich die Kunden. Viele nehmen sich Zeit bei der Auswahl. Man schnuppert an Flakons, lässt sich verschiedene Taschenmodelle zeigen und bei der Auswahl von Modellbaukästen beraten. Besondere Anziehungskraft übt die Feinschmecker-Etage aus. Ob Senf oder Suppen – auch hier suchen die Kunden sorgsam aus. Gefragt sind an diesem Advents­nachmittag vor allem Mozartkugeln in der festlichen Verpackung und Schokoladenweihnachtsmänner.

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Würstchen habe sie hier gekauft, verrät eine von drei älteren Damen aus dem Münsterland. Für zwei Tage seien sie in Berlin. „Ich war vor 20 Jahren zum letzten Mal im KaDeWe und wollte unbedingt wieder her“, erzählt Ilona Mücke aus Borken. „Für die Touristen ist ein verkaufsoffener Sonntag toll.“

Mehrere volle Einkaufstüten trägt ein Familienvater aus Polen durch die Tür, begleitet von Ehefrau, Tochter und einer befreundeten Familie. Spielzeug für die Kinder habe er gekauft, erzählt der Mann aus Plock.

Gut besucht ist auch die Galeria Kaufhof am Alexanderplatz, die ebenfalls bis 20 Uhr öffnet. Am Sonnabend seien fast 80.000 Besucher im Haus gewesen, „heute lässt es sich auch sehr gut an“, so Geschäftsführer Michael Hövelmann. „Wir haben eine tolle Frequenz und eine schöne, weihnachtliche Stimmung.“ Vermehrt gekauft werde Spielwaren, Schmuck, Parfümerie und Textilien. „Und immer noch Dekorationsartikel für Weihnachten.“

Auch die anderen großen Berliner Einkaufszentren hatten an diesem vierten Advent geöffnet, darunter die Potsdamer Platz Arkaden, das „Schloss“ in Steglitz, die Mall of Berlin, das Alexa und das Gesundbrunnen-Center. Außerdem war in vielen Baumärkten und Möbelkaufhäusern wie Ikea und Höffner das Einkaufen möglich sowie in einigen Lebensmittelmärkten. Offizieller Anlass für die berlinweite Erlaubnis zum Sonntagsverkauf war das Louis-Lewandowski-Musikfestival für synagogale Musik. Die Genehmigung für die Sonntagsöffnung ist aber keine Verpflichtung.

Das erste Sonntagsshopping 2017 ist übrigens am 29. Januar möglich, zur Internationalen Grünen Woche, das zweite am 12. März zur ITB.

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