Steuern

Müller weist Vorwürfe wegen Opern-Freikarten zurück

Der Regierende Bürgermeister soll Freikarten nicht sauber versteuert haben - das bestreitet Müller jedoch.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und seine Frau Claudia im Jahr 2015 bei der Aids-Gala der Deutschen Oper Berlin

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und seine Frau Claudia im Jahr 2015 bei der Aids-Gala der Deutschen Oper Berlin

Foto: Rainer Jensen / dpa

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat bestritten, Freikarten für die Berliner Opernhäuser nicht ordnungsgemäß versteuert zu haben. „Das ist nicht die Angelegenheit von Herrn Müller“, teilte die Senatskanzlei am Sonntag auf Anfrage der Berliner Morgenpost mit. Zuvor hatte die „Bild am Sonntag“ berichtet, Müller habe in seiner Zeit als Bausenator zwischen 2011 und 2014 regelmäßig Ehrenkarten für die besten Plätze, insbesondere in der Deutschen Oper, in Anspruch genommen. Diese seien aber weder von ihm noch von der öffentlich-rechtlichen Stiftung Oper in Berlin, die die drei Häuser unter ihrem Dach vereint, versteuert worden.

Tatsächlich müssten die an den Politiker vergebenen Tickets nur versteuert werden, wenn er diese nicht im Rahmen seiner Repräsentationspflicht genutzt hätte. „Dass Herr Müller gelegentlich die Oper aufgesucht hat, ist aber etwas ganz Normales“, hieß es in der Senatskanzlei. Steuerpflichtig sind hingegen die Karten, die an Müllers Begleitung – etwa seine Ehefrau oder seinen inzwischen verstorbenen Vater – gingen. Doch auch dann ständen laut Senatsfinanzverwaltung nicht Müller oder seine Begleiter, sondern die Oper gegenüber dem Fiskus in der Pflicht. Bundesweit sei geregelt, dass Institutionen, die Zweitkarten vergeben, diese auch versteuern müssen.

Die Opern-Stiftung verweist hingegen darauf, dass die Vergabe ihrer Ehrenkarten steuerrechtlich noch ein „schwebendes Verfahren“ zwischen ihr und den Finanzbehörden sei.