Berlin

Prozessauftakt um Raubüberfall auf Touristen im Görli

Berlin ist eine Touristenmetropole, Berlin ist aber auch eine Hochburg für Taschendiebstähle und Räubereien. Das musste auch ein 25-jähriger Tourist erfahren, der sich am 22. Februar 2014 gegen 2.30 Uhr am U-Bahnhof Kottbusser Tor aufhielt, angesprochen und schließlich ausgeraubt wurde.

Der mutmaßliche Täter muss sich seit Freitag vor einer Moabiter Strafkammer verantworten. Den Ermittlungen zufolge wurde der 21-jährige Mohamed G. von dem arglosen, stark angetrunkenen Touristen am 22. Februar nach dem Weg zur Diskothek „Magdalene“ gefragt. Worauf Mohamed G. vorgetäuscht haben soll, ebenfalls auf dem Weg zu dieser Diskothek zu sein. Er soll mit seinem Opfer mit der U-Bahn zum Görlitzer Bahnhof gefahren, dort mit ihm ausgestiegen sein und ihn ganz gezielt in den Görlitzer Park gelotst haben. Dort habe er dem Touristen ein Messer vorgehalten und ihm ein Mobiltelefon und die Geldbörse mit 250 Euro geraubt. Geholfen haben soll dabei ein noch unbekannter Mittäter, der während des Geschehens in unmittelbarer Nähe stand und absicherte, dass sich keine Passanten oder gar Polizisten nähern.

Vor Gericht bestritt Mohamed G. die Vorwürfe. „So etwas mach’ ich nicht“, beteuerte der vorbestrafte Angeklagte. Allerdings könne er sich an diese Nacht auch nicht mehr richtig erinnern, da er stark unter Drogen gestanden habe. Auf Mohamed G.s Spur waren die Ermittler durch ein veröffentlichtes Video einer Überwachungskamera gekommen. Ein ebenfalls in Deutschland lebender libyscher Landsmann war sicher, Mohamed G. darauf erkannt zu haben. Auch die Staatsanwaltschaft geht davon aus, den vorbestraften Angeklagten mithilfe dieser Videoaufnahme vor Gericht überführen zu können.

Der Prozess wird am 23. Dezember mit Zeugenaussagen fortgesetzt.­