Filmpremiere

Wiedersehen mit Winnetou in Berlin

Philipp Stölzls Verfilmung der Heldengeschichte von Karl May feiert Premiere im Delphi Filmpalast

Der Apache Winnetou (Nik Xhelilaj, l.) und Old Shatterhand (Wotan Wilke M�hring) sind Freunde geworden und der Ingenieur ist fasziniert von den F�higkeiten der Indianer.

Der Apache Winnetou (Nik Xhelilaj, l.) und Old Shatterhand (Wotan Wilke M�hring) sind Freunde geworden und der Ingenieur ist fasziniert von den F�higkeiten der Indianer.

Foto: Foto: RTL / Nikola Predovic

Winnetou? Den musste Nik Xhelilaj erst einmal googeln. In der dreiteiligen Neuverfilmung der Abenteuergeschichten aus der Feder von Karl May (RTL, 25., 27. und 29. Dezember, jeweils um 20.15 Uhr), die am Mittwochabend im Delphi Filmpalast Premiere feierte, hat der Schauspieler die Rolle des Apachen-Häuptlings übernommen. In seiner Heimat Albanien ist die Figur, die in Deutschland Kultstatus genießt, jedoch vollkommen unbekannt. "Ich konnte nur erahnen, welche Bedeutung diese Rolle hier tatsächlich hat", so der 33-Jährige.

Bei der Annäherung geholfen hat ihm auch sein Filmpartner Wotan Wilke Möhring – Old-Shatterhand-Darsteller und glühender Winnetou-Fan seit Kindertagen. "Ich habe nicht nur die alten Filme gesehen und Pierre Brice bei den Karl-May-Festspielen gesehen, sondern sogar die Bücher gelesen. Die vergisst man ja manchmal", so der "Tatort"-Kommissar auf dem roten Teppich an der Kantstraße. Jürgen Vogel hingegen, der den Bösewicht Rattler spielt, gab zu, sich als Junge nur auf die Filme beschränkt zu haben. "Das wurde beim Casting natürlich abgefragt", so der 48-Jährige. Deshalb habe er auch nicht die Hauptrolle bekommen. "Weil ich nicht so gut vorbereitet war wie Wotan, der Streber."

Regisseur Philipp Stölzl will seine drei Filme "Eine neue Welt", "Das Geheimnis vom Silbersee" und "Der letzte Kampf" nicht als Remake der 60er-Jahre-Verfilmungen, sondern als Neuerzählungen verstanden wissen. "Wir haben versucht, die beiden stereotypen, etwas hölzernen Helden als lebendige, durchaus nicht immer perfekte Menschen zu zeigen", sagte er. "Und wir haben vor allem eine dritte Hauptperson erfunden: eine Frau." Als Winnetous Schwester und Old Shatterhands Geliebte Nscho-tschi ist in einer größeren Rolle die Mexikanerin Iazua Larios zu sehen.

Ein Wiedersehen gibt es mit dem Ursprungsschurken Mario Adorf, mittlerweile als Santer Senior. "Ich wollte das eigentlich gar nicht machen, aber dann wurde diese Figur extra für mich geschrieben", so der heute 86-Jährige. "Dass man den Vater einer früheren Rolle spielt, ist schon sehr ungewöhnlich." Auch Pierre Brice, den Winnetou seiner Kindheit, hätte Philipp Stölzl gerne dabei gehabt. Zu Beginn der Dreharbeiten habe er dem Schauspieler einen Brief geschrieben, doch der wollte den Zuschauern als Mann in den besten Jahren in Erinnerung bleiben. Wenige Monate später starb Brice. "Ich würde viel drum geben, könnte ich ihm die Filme zeigen", so der Regisseur. "Ich würde mir erhoffen, dass er darüber erfreut wäre, wie sich eine nachfolgende Generation Winnetou neu erzählt."

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