Neue Wagen

So wird das neue Design der S-Bahn aussehen

Die Fahrgäste haben sich bei der Umfrage für hellere Farbtöne und mehr Haltestangen ausgesprochen.

So soll Berlins neue S-Bahn nach den Wünschen der Berliner aussehen

So soll Berlins neue S-Bahn nach den Wünschen der Berliner aussehen

Foto: Stadler Pankow GmbH/design: büro+staubach berlin / BM

Der Farbenstreit bei der S-Bahn ist entschieden: Die neuen Züge werden ab 2021 heller und freundlicher durch die Stadt fahren als ihre betagten Vorgänger. Bei einer Fahrgastbefragung hat sich eine klare Mehrheit für ein neues Außendesign ausgesprochen, wie die S-Bahn jetzt mitteilte. Die Bahntochter hatte Anfang Oktober in ihrer Werkstatt in Schöneweide einen Modellwagen der nächsten Zuggeneration vorgestellt.

Im Anschluss hatten mehr als 400 Fahrgäste und Vertreter von verschiedenen Interessenverbänden die Möglichkeit, das sogenannte Mock-up – ein Modell in 1:1-Größe – zu besichtigen und kritisch zu bewerten. Gefragt wurde dabei auch, ob die von den Fahrzeugdesigner des Berliner Büros Staubach gewählte Farbgebung auf Zustimmung stößt. Die Traditionsfarben der S-Bahn, Gelb und Rot, galten zwar durch die Vorgabe der Länder Berlin und Brandenburg als gesetzt, doch fielen die Farbtöne sichtbar heller und frischer aus. Auch das Farbschema wurde von den Designern geändert: Der schwarze Streifen unter Dachkante und Fensterlinie fiel ersatzlos weg, dafür sind nun die Türen komplett in Schwarz lackiert.

Jeder zweite will die Farbgebung des Modells

Für die Befragung hatte die S-Bahn auch zwei Farbalternativen zur Abstimmung gestellt. Das Ergebnis ist jedoch eindeutig: 51 Prozent der Befragten entschieden sich für die am Modell sichtbare Farbgebung, die Kombination aus hellem Gelb und dunklerem Rot bekam 29 Prozent der Stimmen. Nur 15 Prozent wollten die S-Bahnzüge weiter im traditionellen Rubinrot und Ockergelb fahren sehen.

„Es gibt eine Gruppe von Fahrgästen, die ganz genau wissen, wie eine S-Bahn auszusehen hat. Nämlich so, wie sie seit mehr als 80 Jahren aussieht“, sagte Annekatrin Westphal, Leiterin Fahrgastmarketing bei der S-Bahn. Die Befragung habe nun aber auch gezeigt, dass es sich dabei um eine Minderheit handelt.

In einem Punkt gibt es aber doch eine Rückkehr zum Vertrauten. So wird die Front des Zuges nicht komplett gelb lackiert sein, sondern unterhalb der Fensterlinie wie bisher in Rot. „Auch unsere Werkstattmitarbeiter finden das gut. Sieht doch der Zug dadurch nicht so schnell dreckig aus“, sagte Annekatrin Westphal, Leiterin des Fahrgastmarketings der S-Bahn.

Mehr als 300 Fragebögen und 1000 Hinweise

Mehr als 2000 Berliner und Brandenburger hätten sich für die Teilnahme an einer Führung durch das Modell beworben. Am Ende konnten 200 teilnehmen, darunter gut die Hälfte Frauen. Dies war Westphal besonders wichtig, „sind doch auch mehr als die Hälfte unserer Fahrgäste Frauen“. Weitere 200 Teilnehmer vertraten Interessenverbände, vom Fahrgastverband bis hin zum Verband der Kleinwüchsigen. Auf deren Wunsch hin wird der Einbau spezieller Sitze für diese Nutzergruppe geprüft.

Insgesamt hat die S-Bahn im Ergebnis der – bei Bestellung neuer Fahrzeuge längst nicht üblichen – Kundenbefragung mehr als 300 Fragebögen und Stellungnahmen mit über 1000 Hinweisen ausgewertet.

Neue Wagen kommen ab 2021

Die befragten Fahrgäste haben 20 Änderungswünsche. Fest steht bereits, dass es auch im Bereich der Vierersitzgruppen horizontale Haltestangen sowie anthrazitfarbene Halteschlaufen geben wird. Die Warnleuchten im Wageninneren werden seitlich – und nicht mehr oberhalb – der Türen angebracht. Weitere Punkte werden noch auf Finanzierbarkeit geprüft. Dazu gehört auch die Änderung des von vielen als nervig empfundenen Tür-Auffindetons. Der Blinden- und Sehschwachenverband hat da ein „Klackern“ wie bei den Ampeln empfohlen.

Im Auftrag von Berlin und Brandenburg hat die S-Bahn für 900 Millionen Euro 382 neue Wagen bei einem Konsortium von Siemens und Stadler bestellt. Sie sollen ab 2021 schrittweise ältere Modelle ersetzen.