Prozess

Mann sticht seiner Frau Autoschlüssel ins Auge

Ein Streit zwischen Eheleuten eskaliert - plötzlich sticht der Mann auf seine Frau ein. Dafür muss er jetzt ins Gefängnis.

Kriminalgericht Moabit

Kriminalgericht Moabit

Foto: Jens Kalaene / dpa

Ein 26-Jähriger muss nach einem Angriff gegen seine damalige Ehefrau mit einem Autoschlüssel für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Berliner Landgericht sprach den Mann am Mittwoch der gefährlichen Körperverletzung schuldig. „Der Angeklagte steigerte sich in eine Wut und stach zielgerichtet auf ein Auge der Frau ein“, sagte die vorsitzende Richterin. Bei dem Angriff im September 2015 im Stadtteil Neukölln habe sich die 20-Jährige teilweise zur Seite drehen und dadurch ihr Auge retten können. Die Geschädigte erlitt klaffende Wunden am Auge und am Ohr.

Das inzwischen geschiedene Paar saß in einem Auto, als es zu einem heftigen Streit kam. „Es ging wieder einmal um die engen finanziellen Verhältnisse der jungen Familie“, sagte die Richterin. Der Mann, der bereits mehrfach wegen Gewalttaten aufgefallen sei, habe mit dem Autoschlüssel zugestochen und die Frau zudem durch massive Schläge ins Gesicht verletzt. „Es war ein Glück, dass nur ein Stich direkt in das Auge ging – es wäre ansonsten verloren gewesen.“

Der 26-Jährige hatte den Angriff gestanden, gezielte Stiche in das Auge der Frau aber bestritten. Er habe keine Erklärung für sein Verhalten, sagte der Angeklagte zu Prozessbeginn vor zwei Wochen. Er habe die Frau im Februar 2014 aus Liebe geheiratet. Es habe dann aber oft Streit wegen finanzieller Probleme gegeben. Die Frau habe ihm, der damals wegen einer früheren Verurteilung eine Haftstrafe antreten musste, massive Vorhaltungen gemacht.

Das Gericht wertete strafmildernd, dass der Angeklagte möglicherweise in einem „Affektstau“ handelte. Der Staatsanwalt hatte eine Strafe von fünf Jahren Haft gefordert. Der Verteidiger stellte keinen konkreten Antrag. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.